Krimi trifft dunkle Geschichte
Das Buch widmet sich dem Schicksal der Cap Arcona, die kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs versenkt wurde, an Bord jedoch nicht die vermuteten deutschen Soldaten, sondern tausende KZ-Häftlinge. Auf zwei Erzählebenen wird die Geschichte wiedergegeben. Dabei begleiten wir in der Vergangenheit den KZ-Häftling Leon und einige seiner Mitinsassen, und dieser Handlungsstrang ist auf jeden Fall der interessantere, schockierend und gleichzeitig voller Unbeugsamkeit, Hoffnung und einer gehörigen Portion Galgenhumor, der das Geschehen umso surrealer wirken lässt. In der Gegenwart findet die Journalistin Cay eine Leiche am Strand und vermutet einen Zusammenhang zu den dunklen Geheimnissen der Vergangenheit, die den Ort immer noch überschatten. Leider hat mir dieser Erzählstrang weniger gut gefallen, was vor allem an Cay lag, die immer mehr persönliche Probleme mitbrachte, was unnötig vom eigentlichen Geschehen ablenkte und in meinen Augen einfach überflüssig war. Die Auflösung schliesslich war trotzdem schlüssig und befriedigend und brachte einen guten Abschluss für beide Zeitebenen. Fazit: sehr lesenswerte Mischung aus historischem Roman und Krimi, dessen Stärke aber eindeutig im geschichtlichen Teil liegt.