Feinfühliger Roman über Verlust, Freundschaft und die Kraft des Meeres
Tara Menons Roman „Unter Wasser“ ist ein zutiefst berührendes Buch über Verlust und den Schmerz der Erinnerung und den eher halbherzigen Versuch, weiterzuleben. Vor exotischer Kulisse entfaltet die Autorin eine vielschichtige Erzählung über Trauer, Identität und die die Macht der Natur.
Im Zentrum steht Marissa, die als 6-Jährige nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort findet sie in Arielle nicht nur eine Freundin, sondern ihre Seelenverwandte. Die gemeinsamen Tage im Wasser zwischen Korallenriffen und farbenprächtigen Fischen sind von fast märchenhafter Leichtigkeit geprägt, sie zeigen die Liebe zu Thailand, zum Meer und seinen Bewohnern. Menon gelingt es, mit einfachen und klaren Worten intensive Eindrücke aufs Papier zu bannen, so dass man die Düfte und Aromen Thailands fast atmen, das Salz auf der Haut erahnen kann und das Gefühl hat, mit den Mantarochen zu schwimmen. Doch immer öfter werden die sanften Riesen Opfer von Wilderern, die die Giganten, die bis zu 50 Jahre alt werden können, für ihre Kiemenplatten töten und zurück ins Meer werfen. In Menons Roman ist das Meer nicht nur Kulisse, sondern ein eigener Charakter – zugleich schützend, aber auch bedrohlich.
Das Buch spielt in Zeitschleifen: 2004, als der Tsunami am 2. Weihnachtstag über 230.000 Menschen das Leben kostete, ein Tag, an dem Marissa ihre beste Freundin verlor und sie in einem Zustand emotionaler Erstarrung zurückließ, aus dem sie sich auch Jahre später nicht befreien kann. Marissa hat den Verlust ihrer Freundin nie verarbeitet. Es ist ,als wäre sie noch immer unter Wasser, als fiele es ihr schwer zu atmen, als betrachte sie das Leben durch eine Wasserwand, in Bild und Ton gedämpft, unnahbar. Sie flieht aus Thailand, vom Meer, das sie über alles liebte und scheitert daran, sich in der Großstadt ein Leben aufzubauen, abseits von Arielle und ihrer Liebe zum Ozean. Wie Treibholz treibt sie umher, ohne festes Ziel, Arielle immer an ihrer Seite, sodass es ihr nicht gelingen kann, sich zu emanzipieren.
Die Rückkehr der Naturgewalt in Form eines weiteren Sturms zwingt sie schließlich, sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen und sich ihren Dämonen zu stellen.
Die Wechsel zwischen den Jahren 2004 und 2012 spiegeln Marissas inneren Zustand wider. Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen, verloren geglaubte Erinnerungen drängen sich unaufhaltsam ins Jetzt. Dabei verzichtet die Autorin auf einfache Auflösungen oder dramatische Wendungen. Stattdessen entwickelt sich Marissas Weg leise, fast tastend – gerade darin liegt die große Stärke des Romans.
Unter Wasser ist kein leichtes Buch, aber ein sehr schönes. Es erzählt von Freundschaft und Verlust, von der zerstörerischen und zugleich reinigenden Kraft der Natur – und davon, wie schwer es sein kann, wieder aufzutauchen.
Im Zentrum steht Marissa, die als 6-Jährige nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort findet sie in Arielle nicht nur eine Freundin, sondern ihre Seelenverwandte. Die gemeinsamen Tage im Wasser zwischen Korallenriffen und farbenprächtigen Fischen sind von fast märchenhafter Leichtigkeit geprägt, sie zeigen die Liebe zu Thailand, zum Meer und seinen Bewohnern. Menon gelingt es, mit einfachen und klaren Worten intensive Eindrücke aufs Papier zu bannen, so dass man die Düfte und Aromen Thailands fast atmen, das Salz auf der Haut erahnen kann und das Gefühl hat, mit den Mantarochen zu schwimmen. Doch immer öfter werden die sanften Riesen Opfer von Wilderern, die die Giganten, die bis zu 50 Jahre alt werden können, für ihre Kiemenplatten töten und zurück ins Meer werfen. In Menons Roman ist das Meer nicht nur Kulisse, sondern ein eigener Charakter – zugleich schützend, aber auch bedrohlich.
Das Buch spielt in Zeitschleifen: 2004, als der Tsunami am 2. Weihnachtstag über 230.000 Menschen das Leben kostete, ein Tag, an dem Marissa ihre beste Freundin verlor und sie in einem Zustand emotionaler Erstarrung zurückließ, aus dem sie sich auch Jahre später nicht befreien kann. Marissa hat den Verlust ihrer Freundin nie verarbeitet. Es ist ,als wäre sie noch immer unter Wasser, als fiele es ihr schwer zu atmen, als betrachte sie das Leben durch eine Wasserwand, in Bild und Ton gedämpft, unnahbar. Sie flieht aus Thailand, vom Meer, das sie über alles liebte und scheitert daran, sich in der Großstadt ein Leben aufzubauen, abseits von Arielle und ihrer Liebe zum Ozean. Wie Treibholz treibt sie umher, ohne festes Ziel, Arielle immer an ihrer Seite, sodass es ihr nicht gelingen kann, sich zu emanzipieren.
Die Rückkehr der Naturgewalt in Form eines weiteren Sturms zwingt sie schließlich, sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen und sich ihren Dämonen zu stellen.
Die Wechsel zwischen den Jahren 2004 und 2012 spiegeln Marissas inneren Zustand wider. Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen, verloren geglaubte Erinnerungen drängen sich unaufhaltsam ins Jetzt. Dabei verzichtet die Autorin auf einfache Auflösungen oder dramatische Wendungen. Stattdessen entwickelt sich Marissas Weg leise, fast tastend – gerade darin liegt die große Stärke des Romans.
Unter Wasser ist kein leichtes Buch, aber ein sehr schönes. Es erzählt von Freundschaft und Verlust, von der zerstörerischen und zugleich reinigenden Kraft der Natur – und davon, wie schwer es sein kann, wieder aufzutauchen.