Geht unter die Haut

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ellinorliest Avatar

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Im Dezember 2004 ereignete sich im Pazifikraum eines der stärksten jemals gemessenen Erdbeben. Die Folgen waren verheerend: Durch das Beben und die von ihm ausgelösten Tsunamis verloren 230.000 Menschen ihr Leben. In der westlichen Welt wurde hauptsächlich über Thailand berichtet, da dort die meisten Touristen (etwa 2.000) betroffen waren.
Dies ist der Hintergrund für Unter Wasser von Tara Menon. Die Geschichte ist auf zwei Ebenen angesiedelt. Einer kurz vor dem Beben bzw. unmittelbar während und danach. Und einer zwölf Jahre später, als der Wirbelsturm Sandy durch Nordamerika zieht und an die 300 Menschen das Leben kostet. Marissa läuft durch New York, schläft mit unzähligen Männern und versucht auf diese Art mit Schmerz und Trauer umzugehen. Durch den Tsunami verlor sie ihre beste Freundin Arielle. Diese wurde vor ihren Augen ins Wasser gezogen, sie konnte nichts dagegen tun. Arielle war viel mehr als nur eine Freundin für Marissa, mehr wie eine Seelenverwandte. Durch ihren Tod ging etwas in ihr verloren. Ihr Leben scheint keinen Sinn mehr zu haben. Denn sie gibt sich die Schuld an Arielles Tod.
Tara Menon beschreibt die beiden Naturereignisse so spannend, dass es einen förmlich in die Geschichte hineinzieht. Besonders das Verhalten der Tiere steht dabei im Fokus. Die beiden Freundinnen halfen Marissas Vater bei dessen Forschungen an Mantarochen. Auch über diese wird ausgiebig berichtet. Die Autorin ist dabei äußerst einfühlsam. Die Welt und die Charaktere werden sofort lebendig. Trotz der Kürze des Buches und der häufigen Perspektivwechsel schafft sie es, ungeheuere Emotionen zu erzeugen. Die Parallele durch das Beben bzw den Sturm entwickelt eine zusätzliche Spannung.
Tara Menons Roman ging mir sehr nahe und hat mich unheimlich aufgewühlt. Ein ganz besonderes Highlight!