Sogartige Geschichte mit fehlender Tiefe

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sophia95 Avatar

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Marissa hat 2004 ihre beste Freundin verloren - seitdem ist ihr Leben ein anders. Geprägt von Traurigkeit und Erinnerungen an Arielle lebt sie 2012 in New York, arbeitet für ein Reise-Magazin und versucht ihren Gefühlen in fremden Betten zu entkommen. Nach und nach entfaltet sich in "Unter Wasser" die ganze Geschichte von Marissa und Arielle, die in Thailand beginnt - wohin Marissa mit ihrem Vater nach dem Tod ihrer Mutter gezogen ist - und auch dort ihr Ende nimmt. Marissa verliert Arielle durch das, was sie beide verbindet, was sie beide am meisten lieben: das Meer. Immer wieder gibt es Rückblicke auf den Tag, an dem im Dezember 2004 ein Tsunami in Thailand einer Viertelmillion Menschen das Leben nahm. Und auch 2012 in New York, kündigt sich mit Hurrikane Sandy eine neue Naturkatastrophe an.

Ich fand die Idee von "Unter Wasser" sehr interessant - vor allem Thailand als Szenerie hat mich angesprochen. Tara Menons Sprache ist detailreich, ruhig und nüchtern, immer wieder gibt es kurze Anekdoten zur Unterwasser-Welt oder anderen Naturereignissen. Das Thema der Trauer um eine Freundin und dass diese gesellschaftlich viel weniger akzeptiert zu sein scheint, hat mich definitv zum Nachdenken angeregt.

Der Roman ist insgesamt auf jeden Fall sehr ruhig, es passieren keine krassen Wendungen. Das ist kein Nachteil, aber dennoch muss ich sagen, dass für mich persönlich irgendwas gefehlt hat, damit der Roman richtig an mich ran kommt. Ich hatte das Gefühl, dass einige Kapitel Marissas Emotionen ankratzen, wir sie aber nicht wirklich in voller Tiefe kennenlernen. Auch die Freundschaft mit Arielle und generell Ariell als Person ist für mich immer noch ein wenig blass. Vielleicht haben dem Buch ein paar Seiten gefehlt. Nichtsdestotrotz fand ich "Unter Wasser" einen kurzweiligen Read, der mich vor allem auch durch die detaillreiche Schilderungen zum Tsunami und dessen Auswirkungen berührt hat.