Trauer um die Seelengefährtin - und den Sehnsuchtsort
Marissas Vater Jisaaiah verarbeitet die Trauer um seine verstorbene Frau, indem er ihr Forschungsprojekt an Mantarochen auf einer Insel in der Andamanensee fortsetzt und seine kleine Tochter mitnimmt. Später wird Marissa herausfinden, dass die Projektleiterin Rosie fern der Zivilisation mit Jisaaiah und dem Naturfotografen Matthew zwei verwitweten Männern Unterschlupf geboten hat. Marissa selbst freundet sich mit Arielle an, mit der gemeinsam sie in Phuket zur Schule gehen wird. Die Mädchen schwimmen und schnorcheln mit Mantas und an Korallenriffen, und lernen von Matthew, Jisaaiah und dem Fischer Anurak alles, was die Männer über die Natur und das Meer wissen. Im Hotel von Arielles Eltern müssen die Mädchen darüber hinaus mit der konfliktreichen Situation umgehen, dass Arielles englischer Vater die Landessprache und damit die Feinheiten der Kommunikation nicht beherrscht. Die Mädchen wachsen praktisch am und im Meer wie Meereswesen zu Seelengefährtinnen heran.
Als der Tsunami von 2004 die Küste vor der Andamanensee trifft, können sich der Vater und Anurak im Boot aufs Meer retten, Marissa wird von der Flut bis weit ins Land hinein gespült, nur Arielle konnte sich trotz ihrer Erfahrung im Meer nicht retten. Ein Treffen in New York mit Sofia, die in Thailand 2004 auch eine Schwester verloren hat, verdeutlicht den jungen Frauen, dass sie Trost nur bei Menschen finden können, die in exakt der identischen Konstellation Angehörige verloren haben wie sie selbst.
Die Handlung wird zwischen den Zeitebenen von 2004 und 2012 wechselnd in schlichtem Präsens erzählt. Wir lesen über die Zeit in Thailand vor dem Tsunami und über das Erleben der heute erwachsenen Marissa während des nahenden Hurrikans im New York von 2012. Marissa arbeitet heute als Texterin in der Tourismusbranche und sieht sich damit konfrontiert, dass sie nicht beschreiben soll, was man sieht, sondern was die Kunden erwarten. Das passiert ausgerechnet einer Frau, die am Meer aufgewachsen ist – und sehen kann. Während New York die Schaufester verbarrikadiert, erscheint Arielle ihrer Seelengefährtin und spricht sie an. Dieser Kontakt aktiviert Marissas Trauma und lässt ihre ganze Wut darüber aufbrechen, dass ausgerechnet Arielle sich nicht aus den Fluten retten konnte.
Fazit
„Unter Wasser“ ist ein feinfühlig erzählter Roman über den schrittweisen Trauerprozess einer jungen Frau, von der sich vermuten lässt, dass sie um ihre Mutter nicht trauern konnte. Mit dem traumatischen Ereignis verknüpft Tara Menon zahlreiche zarte Unterthemen, die sie jeweils sorgfältig recherchiert hat: das Ökosystem Andamanensee, Auswirkungen des Tourismus auf Korallenriffe, Eskapismus zu Forschung und Naturschutz, bi-nationale Ehen, die ungewöhnliche Wahlfamilie aus Jisaaiahs Kollegen und der Hotelbesitzerfamilie, das Aufwachsen mit Eltern, die arbeiten, wenn andere Leute Ferien haben, und schließlich die besondere Freundschaft der Mädchen.
Was für ein Roman!
Als der Tsunami von 2004 die Küste vor der Andamanensee trifft, können sich der Vater und Anurak im Boot aufs Meer retten, Marissa wird von der Flut bis weit ins Land hinein gespült, nur Arielle konnte sich trotz ihrer Erfahrung im Meer nicht retten. Ein Treffen in New York mit Sofia, die in Thailand 2004 auch eine Schwester verloren hat, verdeutlicht den jungen Frauen, dass sie Trost nur bei Menschen finden können, die in exakt der identischen Konstellation Angehörige verloren haben wie sie selbst.
Die Handlung wird zwischen den Zeitebenen von 2004 und 2012 wechselnd in schlichtem Präsens erzählt. Wir lesen über die Zeit in Thailand vor dem Tsunami und über das Erleben der heute erwachsenen Marissa während des nahenden Hurrikans im New York von 2012. Marissa arbeitet heute als Texterin in der Tourismusbranche und sieht sich damit konfrontiert, dass sie nicht beschreiben soll, was man sieht, sondern was die Kunden erwarten. Das passiert ausgerechnet einer Frau, die am Meer aufgewachsen ist – und sehen kann. Während New York die Schaufester verbarrikadiert, erscheint Arielle ihrer Seelengefährtin und spricht sie an. Dieser Kontakt aktiviert Marissas Trauma und lässt ihre ganze Wut darüber aufbrechen, dass ausgerechnet Arielle sich nicht aus den Fluten retten konnte.
Fazit
„Unter Wasser“ ist ein feinfühlig erzählter Roman über den schrittweisen Trauerprozess einer jungen Frau, von der sich vermuten lässt, dass sie um ihre Mutter nicht trauern konnte. Mit dem traumatischen Ereignis verknüpft Tara Menon zahlreiche zarte Unterthemen, die sie jeweils sorgfältig recherchiert hat: das Ökosystem Andamanensee, Auswirkungen des Tourismus auf Korallenriffe, Eskapismus zu Forschung und Naturschutz, bi-nationale Ehen, die ungewöhnliche Wahlfamilie aus Jisaaiahs Kollegen und der Hotelbesitzerfamilie, das Aufwachsen mit Eltern, die arbeiten, wenn andere Leute Ferien haben, und schließlich die besondere Freundschaft der Mädchen.
Was für ein Roman!