Über ein Trauma, das immer bleibt …

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jori1020 Avatar

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Es ist kaum zu übersehen: Wasser ist das zentrale Element in 'Unter Wasser', dem Debütroman von Tara Menon. Die Geschichte entfaltet sich in zwei Erzählsträngen, die eng miteinander verwoben sind.

Im ersten begleiten wir die junge Marissa im Dezember 2004 in Thailand. Sie genießt ihr Leben am und im Wasser, taucht gemeinsam mit ihrer Freundin Arielle nach Mantarochen – bis eine verheerende Flutwelle alles verändert. Acht Jahre später, im zweiten Erzählstrang, lebt Marissa in New York. Als im Oktober 2012 Hurrikan Sandy auf die Stadt trifft, werden die traumatischen Erinnerungen an die Ereignisse von damals wieder wachgerufen.

Eindringlich beschreibt die Autorin, was es bedeutet, einen geliebten Menschen zu verlieren, und wie sehr ein solches Erlebnis das weitere Leben prägen kann, selbst in scheinbar alltäglichen Momenten. Gerade die bildhaften und detailreichen Schilderungen tragen dazu bei, dass sich viele Szenen nachhaltig einprägen.

Und dennoch konnte mich der Roman nicht vollständig überzeugen. Mitunter entsteht der Eindruck, dass viele gut recherchierte Aspekte möglichst umfassend in die Handlung eingebunden werden sollten. Diese Fülle an Informationen wirkt stellenweise etwas überladen, bremst den Erzählfluss und lenkt von der emotionalen Entwicklung der Protagonistin ab.

So bleibt ein bewegendes Debüt mit starken, eindrucksvollen Momenten, das mich insgesamt jedoch nicht durchgehend fesseln konnte.