Zwischen Erinnerung, Freundschaft und der Kraft des Meeres

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„Unter Wasser“ von Tara Menon ist ein stiller, eindringlicher Roman, der lange nachhallt. Die Geschichte bewegt sich zwischen zwei Zeitebenen und Orten: Marissas Leben in New York City im Oktober 2012 und ihren Erinnerungen an das Jahr 2004 in Thailand, wo sie mit ihrer Freundin Arielle den verheerenden Tsunami erlebt hat. Vergangenheit und Gegenwart verweben sich dabei zu einer sensiblen Erzählung über Freundschaft, Verlust und das Weiterleben nach einer Katastrophe.

Schon das Cover ist ein echter Hingucker: Die Lichtreflexe im Wasser wirken faszinierend und die glänzende, metallische Schrift verleiht dem Buch eine besondere Tiefe. Auch inhaltlich überzeugt der Roman durch seine ruhige, atmosphärische Erzählweise. Mit seinen 200 Seiten hat er eine angenehme, genau richtige Länge und liest sich dank des flüssigen Stils sehr schnell.

Besonders beeindruckend ist die bildhafte Sprache. Fauna und Flora werden so detailliert beschrieben, dass die Landschaften und Tiere beim Lesen lebendig werden. Marissas Albträume sind zudem klar durch eine andere Schriftart gekennzeichnet, was die Orientierung in der Geschichte erleichtert und einen spannenden Kontrast zur Realität schafft.

„Unter Wasser“ ist ein leiser, sensibel erzählter Roman, der weniger durch große dramatische Wendungen als durch Atmosphäre, Emotionen und starke Bilder überzeugt – ein Buch, das man ruhig und aufmerksam liest und das dabei eine besondere Wirkung entfaltet.