Düstere Unterwelt

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nikko_yarop Avatar

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Im Mittelpunkt steht Annon, die unheilbar krank ist und verzweifelt nach einer Möglichkeit sucht, sich selbst zu retten. Doch dann taucht Drystan, der König der Raben, auf und stellt sie vor eine grausame Wahl. Entweder sie wird seine Braut und folgt ihm in die Unterwelt oder ihre Familie muss dafür bezahlen. Natürlich ist Annon nicht bereit, ihr Schicksal einfach hinzunehmen und versucht immer wieder, sich Drystan zu widersetzen.

Besonders gut gefallen hat mir das Setting. Das Reich des Todes mit seinen Bewohnern, den Geheimnissen und Machtkämpfen fand ich unglaublich interessant. Mein persönliches Highlight war allerdings das Labyrinth. Die Passagen dort haben mir richtig gut gefallen und waren für mich definitiv die spannendsten Momente der Geschichte. Auch die Enthüllungen rund um Rhiannons Familie konnten mich überraschen und haben gezeigt, wie viel Potenzial eigentlich in der Geschichte steckt.

Bei der Romance war ich dagegen etwas zwiegespalten. Am Anfang wollte der Funke zwischen Annon und Drystan bei mir überhaupt nicht überspringen. Später haben mir die Szenen zwischen den beiden deutlich besser gefallen und die Dynamik wurde intensiver. Trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen mehr Zeit und nachvollziehbare Zwischenschritte für die Entwicklung ihrer Beziehung gewünscht.

Leider haben mich auch einige Wiederholungen gestört, da bestimmte Gedanken und Aussagen für meinen Geschmack etwas zu häufig aufgegriffen wurden. Dadurch wurde mein Lesefluss zwischendurch immer wieder unterbrochen.

Am meisten Fragezeichen hat bei mir allerdings das Ende hinterlassen. Für mich hatte sich die Geschichte zunächst so entwickelt, als würde sie auf ein abgeschlossenes Ende hinauslaufen. Und dann wurde auf den letzten Seiten plötzlich wieder alles aufgemacht und gleichzeitig der nächste Band vorbereitet. Ich saß danach wirklich da und dachte: Moment, was?

Trotzdem bin ich schnell durch das Buch gekommen und wollte eigentlich immer wissen, wie es weitergeht. Die Grundidee, die Unterwelt und die Geheimnisse rund um die Charaktere haben mir wirklich gut gefallen.

Insgesamt ist King of Ravens für mich ein Buch, bei dem mir die Idee fast besser gefallen hat als die Umsetzung. Es gibt ein tolles Setting, spannende Momente und eine interessante Dynamik zwischen Annon und Drystan, gleichzeitig haben mich aber einige Wiederholungen, die teilweise etwas holprige Entwicklung der Lovestory und vor allem das Ende nicht ganz überzeugen können.

Eine Geschichte mit viel Potenzial, einem interessanten Reich der Toten und ordentlich Dark-Romantasy-Vibes – für mich wäre mit einer etwas runderen Umsetzung aber noch deutlich mehr drin gewesen.