So viel Potential, aber schwache Umsetzung

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jessi_bf95 Avatar

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Von King of Ravens hatte ich mir sehr viel versprochen. Der Klappentext klang super und auch die Leseprobe hatte mir gut gefallen.
Man hat direkt mit Annon mitgefühlt und konnte die Verbundenheit mit ihrem Bruder Lowen spüren. So richtig abholen oder überzeugen konnte es mich dann aber doch nicht.

Aber erstmal zum Positiven:
Die Atmosphäre zu Beginn wirkt zunächst sehr düster bzw. auch gruselig durch die Art wie der König des Todes auftaucht, sie mitnimmt und wie die Unterwelt und ihre Bewohner ist. Ich fand es an dieser Stelle sehr spannend und packend.

Annon war mir wirklich sympathisch, sie hat ihre Geheimnisse vor Drystan, muss sich an einem ihr unbekannten und gefährlichen Ort alleine behaupten, ohne jegliches Wissen über Sitten und Konventionen der Unseelie und vermisst die ganze Zeit ihre Familie, besonders ihren Bruder. Ihr größtes Ziel ist wieder zurück zu gelangen und ihre Stärke und ihr Durchhaltevermögen trotz ihrer Krankheit fand ich wirklich bewundernswert.

Die Welt dort bzw. die Gepflogenheiten bleiben für die Protagonistin ein Mysterium, da der König ihr nicht wirklich etwas erklärt und sie eigentlich ins offene Messer laufen lässt, gleichzeitig aber erwartet, dass sie sich richtig zu verhalten weiß. Das fand ich schon ziemlich frustrierend.

Es war für mich wirklich slow burn vom feinsten, was mich hier in dieser Geschichte aber tatsächlich nicht so gestört hat wie in anderen Büchern. Man hat das Knistern zwischen den beiden langsam gespürt und die Veränderung im Verhalten. Auch den Spice fand ich gut geschrieben.

Was mich nun nicht so überzeugt hat:
Manche Sachen und Stellen konnte ich mir schlecht vorstellen wie beispielsweise das Aussehen der Kreaturen oder das Labyrinth.
Da hatte ich gefühlt immer nur ein halbes Bild vor Augen, weil es so komplex und irgendwo umständlich beschrieben war. Dadurch wurde es dann ziemlich langatmig. Vor allem weil es zum größten Teil in diesem Buch um das Labyrinth geht und wie sie sich am Königshof eingewöhnt. Meiner Meinung nach hat auch total der rote Faden in dieser Geschichte gefehlt.

Was auch gefehlt hat war richtiges world building. Man war wie die Protagonistin total ahnungslos, da hätte ich mir wirklich mehr Hintergrundwissen gewünscht zum Königshof, den Unseelie und dem Magiesystem. Was ein Romantasy Buch eben so ausmacht.

Insgesamt konnte es mich leider nicht überzeugen. Obwohl dieses Buch sehr viele Seiten hat, passiert insgesamt einfach nicht viel. Dadurch wurde es sehr langatmig und ich musste mich immer wieder zwingen weiter zu lesen.
Mit dem Ende habe ich so nicht gerechnet, dieses lässt auf jeden Fall jetzt Fragen offen. Jedoch hat es mich jetzt nicht überzeugt, als das ich wissen müsste wie es weiter geht. Was wirklich schade ist.