Vollkommen Schockiert
Dieses Ende hat mich wirklich sprachlos zurückgelassen. Ich hatte mit vielem gerechnet, aber definitiv nicht mit dieser Entwicklung. Die letzten Kapitel waren überraschend, schockierend und emotional so intensiv, dass ich das Buch anschließend erst einmal verarbeiten musste. Der Cliffhanger ist wirklich extrem und sorgt dafür, dass ich unbedingt wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht. Obwohl ich während des Lesens durchaus einige Kritikpunkte hatte, hat das Ende meine gesamte Wahrnehmung des Buches noch einmal verändert.
In King of Ravens begleiten wir Rhiannon, die seit langer Zeit unter einer unbekannten und unheilbaren Krankheit leidet. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt sie zurückgezogen und versucht verzweifelt, eine Heilung zu finden. Ihr Leben verändert sich schlagartig, als Drystan, der König der Toten, bei ihr erscheint. Er stellt sie vor eine grausame Wahl. Entweder folgt sie ihm als seine zukünftige Braut in die Unterwelt oder ihre Familie muss die Konsequenzen tragen. Rhiannon entscheidet sich für ihre Familie und findet sich dadurch in einer fremden, gefährlichen Welt wieder, in der sie niemandem vollständig vertrauen kann. Schließlich erhält sie eine scheinbare Chance auf Freiheit. Wenn sie Drystans tödliches Labyrinth überwindet, darf sie nach Hause zurückkehren.
Rhiannon war mir von Anfang an unglaublich sympathisch. Sie besitzt ein gutes Herz, liebt ihre Familie und ist bereit, sehr viel für die Menschen zu ertragen, die ihr wichtig sind. Gleichzeitig wird sie nicht als unverwundbare Heldin dargestellt. Ihre Krankheit schränkt sie ein und zwingt sie dazu, ihre Kräfte genau einzuteilen. Gerade deshalb empfand ich ihre Stärke als besonders glaubwürdig. Sie kämpft nicht, weil sie keine Angst oder keine Schmerzen hat, sondern obwohl beides ständig Teil ihres Lebens ist.
Ihr Schicksal hat mich sehr berührt. Im Verlauf der Geschichte kommen immer mehr Informationen über ihre Krankheit und ihre Vergangenheit ans Licht. Jede neue Erkenntnis hat mir noch deutlicher gezeigt, wie ungerecht vieles ist, was ihr widerfahren ist. Rhiannon hat all das einfach nicht verdient. Trotzdem verliert sie weder ihr Mitgefühl noch ihren Willen, für sich selbst einzustehen. Besonders gefallen hat mir, dass sie nicht nur durch körperliche Stärke überzeugt, sondern durch ihre Beobachtungsgabe, ihr Wissen und ihre Entschlossenheit.
Mit Drystan hatte ich dagegen während des gesamten Buches meine Schwierigkeiten. Dieser Mann ist für mich kaum zu durchschauen. In einem Moment ist er liebevoll, aufmerksam, fürsorglich und beinahe zärtlich. Im nächsten Moment verhält er sich kalt, verletzend und so grausam, dass ich seine vorherigen Handlungen sofort wieder infrage gestellt habe. Seine Motive blieben für mich lange unverständlich. Ich wusste nie, was er tatsächlich möchte, wann er ehrlich ist und welche seiner Aussagen der Wahrheit entsprechen.
Genau deshalb hätte ich mir zusätzlich Kapitel aus Drystans Perspektive gewünscht. Rhiannons Sichtweise mochte ich sehr gerne, aber einzelne Einblicke in seine Gedanken hätten der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen können. Vielleicht hätte ich dadurch einige seiner Entscheidungen besser verstanden. Gleichzeitig muss ich zugeben, dass seine Unberechenbarkeit natürlich einen großen Teil der Spannung ausmacht. Ich wollte immer herausfinden, was sich hinter seiner Fassade verbirgt. Trotzdem war sein Verhalten teilweise so widersprüchlich, dass ich die Entwicklung ihrer Beziehung nicht immer vollständig nachvollziehen konnte.
Die Verbindung zwischen Rhiannon und Drystan entwickelt sich eher langsam. Gerade am Anfang steht Rhiannons Wunsch nach Freiheit und ihrer Rückkehr zur Familie im Vordergrund. Erst im weiteren Verlauf entstehen vorsichtige Nähe, Vertrauen und eine immer stärkere Anziehung. Diese Entwicklung hat mir grundsätzlich gut gefallen. Ihre gemeinsamen Szenen besitzen eine intensive Atmosphäre und man spürt deutlich, dass zwischen ihnen mehr entsteht. Gleichzeitig konnte ich mich nie vollkommen fallen lassen, weil ich Drystan nicht vertraut habe. Jedes Mal, wenn er seine liebevolle Seite gezeigt hat, wartete ich bereits darauf, dass er Rhiannon wieder verletzt.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zunächst etwas schwer. Die Atmosphäre ist von Beginn an sehr düster und bedrückend. Das passt hervorragend zur Unterwelt, führte bei mir aber dazu, dass ich ein wenig Zeit brauchte, um mich vollständig auf die Geschichte einzulassen. Richtig spannend wurde das Buch für mich mit dem Labyrinth. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Handlung mehr Dynamik und ich war deutlich stärker gefesselt. Die Gefahren, Rätsel und Begegnungen innerhalb des Labyrinths sorgten für Abwechslung und gaben Rhiannon die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten zu zeigen.
Sehr positiv überrascht haben mich auch die Nebenfiguren. Besonders Min und Asti haben sich schnell in mein Herz geschlichen. Beide sind auf ihre eigene Weise herzlich und verleihen der ansonsten sehr düsteren Geschichte Wärme und Persönlichkeit. Ihre Szenen wirkten für mich wie kleine Lichtblicke und machten die Unterwelt lebendiger. Sie waren nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern Figuren, die der Geschichte emotional viel gegeben haben.
Auch Rhiannons Familie spielt eine wichtige Rolle. Ihr Bruder war mir sehr sympathisch und ich konnte gut verstehen, weshalb er ihr so viel bedeutet. Bei ihren Eltern war ich hingegen bis zum Schluss zwiegespalten. Manche ihrer Entscheidungen und Reaktionen konnte ich nachvollziehen, andere haben bei mir Zweifel ausgelöst. Dadurch wirkte die Familiendynamik allerdings interessant und keineswegs oberflächlich.
Das Worldbuilding hat mir gut gefallen. Die Unterwelt ist düster, geheimnisvoll und gefährlich, ohne dass die Beschreibungen den Lesefluss unnötig ausbremsen. Ich konnte mir die Orte, die Kreaturen und die besondere Atmosphäre sehr gut vorstellen. Auch die verschiedenen Wesen werden verständlich eingeführt. Das Magiesystem empfand ich als vergleichsweise simpel, was für mich gut funktioniert hat. Man kann der Geschichte problemlos folgen, ohne ständig komplizierte Regeln oder zahlreiche neue Begriffe verstehen zu müssen.
Clare Sagers Schreibstil ist angenehm, leicht und flüssig. Trotz der düsteren Welt ließ sich das Buch sehr schnell lesen. Auch die große und angenehme Schrift hat das Lesen zusätzlich erleichtert. Die gewählte Erzählperspektive hat mir grundsätzlich sehr gefallen, da sie eine enge Verbindung zu Rhiannon ermöglicht. Ihre Gedanken, Ängste und Hoffnungen waren dadurch unmittelbar spürbar.
King of Ravens war für mich eine sehr vielschichtige Geschichte, die etwas Zeit gebraucht hat, um mich vollkommen zu packen. Der langsame Einstieg, Drystans kaum nachvollziehbares Verhalten und die fehlenden Einblicke in seine Gedanken haben mich stellenweise gestört. Dafür haben mich Rhiannon, die Nebenfiguren, das düstere Worldbuilding und besonders die zweite Hälfte überzeugt. Das Labyrinth brachte mehr Spannung in die Handlung und die Entwicklung zwischen den Hauptfiguren wurde zunehmend intensiver.
Nach diesem schockierenden Ende kann ich kaum glauben, dass ich nun auf die Fortsetzung warten muss. Der Cliffhanger hat mich emotional vollkommen erwischt und lässt unglaublich viele Fragen offen. Auch wenn das Buch für mich nicht durchgehend perfekt war, möchte ich unbedingt wissen, wie es mit Rhiannon und Drystan weitergeht.
Von mir bekommt King of Ravens 3,5 von 5 Sternen.
In King of Ravens begleiten wir Rhiannon, die seit langer Zeit unter einer unbekannten und unheilbaren Krankheit leidet. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt sie zurückgezogen und versucht verzweifelt, eine Heilung zu finden. Ihr Leben verändert sich schlagartig, als Drystan, der König der Toten, bei ihr erscheint. Er stellt sie vor eine grausame Wahl. Entweder folgt sie ihm als seine zukünftige Braut in die Unterwelt oder ihre Familie muss die Konsequenzen tragen. Rhiannon entscheidet sich für ihre Familie und findet sich dadurch in einer fremden, gefährlichen Welt wieder, in der sie niemandem vollständig vertrauen kann. Schließlich erhält sie eine scheinbare Chance auf Freiheit. Wenn sie Drystans tödliches Labyrinth überwindet, darf sie nach Hause zurückkehren.
Rhiannon war mir von Anfang an unglaublich sympathisch. Sie besitzt ein gutes Herz, liebt ihre Familie und ist bereit, sehr viel für die Menschen zu ertragen, die ihr wichtig sind. Gleichzeitig wird sie nicht als unverwundbare Heldin dargestellt. Ihre Krankheit schränkt sie ein und zwingt sie dazu, ihre Kräfte genau einzuteilen. Gerade deshalb empfand ich ihre Stärke als besonders glaubwürdig. Sie kämpft nicht, weil sie keine Angst oder keine Schmerzen hat, sondern obwohl beides ständig Teil ihres Lebens ist.
Ihr Schicksal hat mich sehr berührt. Im Verlauf der Geschichte kommen immer mehr Informationen über ihre Krankheit und ihre Vergangenheit ans Licht. Jede neue Erkenntnis hat mir noch deutlicher gezeigt, wie ungerecht vieles ist, was ihr widerfahren ist. Rhiannon hat all das einfach nicht verdient. Trotzdem verliert sie weder ihr Mitgefühl noch ihren Willen, für sich selbst einzustehen. Besonders gefallen hat mir, dass sie nicht nur durch körperliche Stärke überzeugt, sondern durch ihre Beobachtungsgabe, ihr Wissen und ihre Entschlossenheit.
Mit Drystan hatte ich dagegen während des gesamten Buches meine Schwierigkeiten. Dieser Mann ist für mich kaum zu durchschauen. In einem Moment ist er liebevoll, aufmerksam, fürsorglich und beinahe zärtlich. Im nächsten Moment verhält er sich kalt, verletzend und so grausam, dass ich seine vorherigen Handlungen sofort wieder infrage gestellt habe. Seine Motive blieben für mich lange unverständlich. Ich wusste nie, was er tatsächlich möchte, wann er ehrlich ist und welche seiner Aussagen der Wahrheit entsprechen.
Genau deshalb hätte ich mir zusätzlich Kapitel aus Drystans Perspektive gewünscht. Rhiannons Sichtweise mochte ich sehr gerne, aber einzelne Einblicke in seine Gedanken hätten der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen können. Vielleicht hätte ich dadurch einige seiner Entscheidungen besser verstanden. Gleichzeitig muss ich zugeben, dass seine Unberechenbarkeit natürlich einen großen Teil der Spannung ausmacht. Ich wollte immer herausfinden, was sich hinter seiner Fassade verbirgt. Trotzdem war sein Verhalten teilweise so widersprüchlich, dass ich die Entwicklung ihrer Beziehung nicht immer vollständig nachvollziehen konnte.
Die Verbindung zwischen Rhiannon und Drystan entwickelt sich eher langsam. Gerade am Anfang steht Rhiannons Wunsch nach Freiheit und ihrer Rückkehr zur Familie im Vordergrund. Erst im weiteren Verlauf entstehen vorsichtige Nähe, Vertrauen und eine immer stärkere Anziehung. Diese Entwicklung hat mir grundsätzlich gut gefallen. Ihre gemeinsamen Szenen besitzen eine intensive Atmosphäre und man spürt deutlich, dass zwischen ihnen mehr entsteht. Gleichzeitig konnte ich mich nie vollkommen fallen lassen, weil ich Drystan nicht vertraut habe. Jedes Mal, wenn er seine liebevolle Seite gezeigt hat, wartete ich bereits darauf, dass er Rhiannon wieder verletzt.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zunächst etwas schwer. Die Atmosphäre ist von Beginn an sehr düster und bedrückend. Das passt hervorragend zur Unterwelt, führte bei mir aber dazu, dass ich ein wenig Zeit brauchte, um mich vollständig auf die Geschichte einzulassen. Richtig spannend wurde das Buch für mich mit dem Labyrinth. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Handlung mehr Dynamik und ich war deutlich stärker gefesselt. Die Gefahren, Rätsel und Begegnungen innerhalb des Labyrinths sorgten für Abwechslung und gaben Rhiannon die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten zu zeigen.
Sehr positiv überrascht haben mich auch die Nebenfiguren. Besonders Min und Asti haben sich schnell in mein Herz geschlichen. Beide sind auf ihre eigene Weise herzlich und verleihen der ansonsten sehr düsteren Geschichte Wärme und Persönlichkeit. Ihre Szenen wirkten für mich wie kleine Lichtblicke und machten die Unterwelt lebendiger. Sie waren nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern Figuren, die der Geschichte emotional viel gegeben haben.
Auch Rhiannons Familie spielt eine wichtige Rolle. Ihr Bruder war mir sehr sympathisch und ich konnte gut verstehen, weshalb er ihr so viel bedeutet. Bei ihren Eltern war ich hingegen bis zum Schluss zwiegespalten. Manche ihrer Entscheidungen und Reaktionen konnte ich nachvollziehen, andere haben bei mir Zweifel ausgelöst. Dadurch wirkte die Familiendynamik allerdings interessant und keineswegs oberflächlich.
Das Worldbuilding hat mir gut gefallen. Die Unterwelt ist düster, geheimnisvoll und gefährlich, ohne dass die Beschreibungen den Lesefluss unnötig ausbremsen. Ich konnte mir die Orte, die Kreaturen und die besondere Atmosphäre sehr gut vorstellen. Auch die verschiedenen Wesen werden verständlich eingeführt. Das Magiesystem empfand ich als vergleichsweise simpel, was für mich gut funktioniert hat. Man kann der Geschichte problemlos folgen, ohne ständig komplizierte Regeln oder zahlreiche neue Begriffe verstehen zu müssen.
Clare Sagers Schreibstil ist angenehm, leicht und flüssig. Trotz der düsteren Welt ließ sich das Buch sehr schnell lesen. Auch die große und angenehme Schrift hat das Lesen zusätzlich erleichtert. Die gewählte Erzählperspektive hat mir grundsätzlich sehr gefallen, da sie eine enge Verbindung zu Rhiannon ermöglicht. Ihre Gedanken, Ängste und Hoffnungen waren dadurch unmittelbar spürbar.
King of Ravens war für mich eine sehr vielschichtige Geschichte, die etwas Zeit gebraucht hat, um mich vollkommen zu packen. Der langsame Einstieg, Drystans kaum nachvollziehbares Verhalten und die fehlenden Einblicke in seine Gedanken haben mich stellenweise gestört. Dafür haben mich Rhiannon, die Nebenfiguren, das düstere Worldbuilding und besonders die zweite Hälfte überzeugt. Das Labyrinth brachte mehr Spannung in die Handlung und die Entwicklung zwischen den Hauptfiguren wurde zunehmend intensiver.
Nach diesem schockierenden Ende kann ich kaum glauben, dass ich nun auf die Fortsetzung warten muss. Der Cliffhanger hat mich emotional vollkommen erwischt und lässt unglaublich viele Fragen offen. Auch wenn das Buch für mich nicht durchgehend perfekt war, möchte ich unbedingt wissen, wie es mit Rhiannon und Drystan weitergeht.
Von mir bekommt King of Ravens 3,5 von 5 Sternen.