Zwischen Begeisterung und Fragezeichen

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lissa342 Avatar

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Ich muss ehrlich sagen: Bei King of Ravens habe ich am Ende ziemlich viele Fragezeichen im Kopf. Dabei mochte ich das Buch grundsätzlich. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen und wollte immer schnell wissen, wie es weitergeht. Die Grundidee fand ich richtig cool und auch das Setting in der Unterwelt hat mir gefallen. Trotzdem hatte ich immer wieder das Gefühl, dass es an einigen Stellen gehakt hat und die Umsetzung nicht ganz mit der tollen Idee mithalten konnte.

Besonders aufgefallen sind mir die Wiederholungen. Manche Sätze oder Gedanken wurden für mein Empfinden so oft aufgegriffen, dass es mich irgendwann aus dem Lesefluss gebracht hat.

Was mir dagegen richtig gut gefallen hat, war das Leben im Reich des Todes. Besonders die zwischenmenschlichen Beziehungen waren gut ausgearbeitet. Das Labyrinth war für mich dabei das absolute Highlight und auf diese Passagen habe ich mich besonders gefreut!

Die Enthüllungen rund um Rhiannons Familie haben mich ebenfalls gepackt. Einige Dinge haben mich wirklich geschockt, passten aber gleichzeitig gut in die Geschichte. Gerade diese Momente haben mir gezeigt, wie viel Potenzial in der Story steckt.

Bei der Lovestory bin ich zwiegespalten. Am Anfang habe ich die Beziehung zwischen Annon und Drystan überhaupt nicht gefühlt. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Später fand ich die Szenen zwischen den beiden deutlich besser und teilweise schön geschrieben. Trotzdem hat für mich nicht immer alles zusammengepasst. Die Entwicklung ihrer Beziehung hätte an manchen Stellen mehr Zeit und nachvollziehbare Zwischenschritte gebraucht.

Mein größtes Problem war allerdings das Ende. Für mich hatte sich die Geschichte zunächst so entwickelt, als würde sie auf ein abgeschlossenes Ende hinauslaufen – bis auf die letzten 20 Seiten. Dann wurde plötzlich alles wieder aufgemacht und gleichzeitig auf einen zweiten Band vorbereitet. Ich saß danach wirklich da und dachte: Moment … was? Für mich hat dieser Cliffhanger leider eher für noch mehr Fragezeichen gesorgt.

Mein Fazit: King of Ravens ist für mich ein Buch, bei dem ich die Idee eigentlich besser fand als die Umsetzung. Ich mochte es trotzdem, bin schnell durch die Geschichte gekommen und fand die Unterwelt, ihre Bewohner, das Labyrinth und einige Enthüllungen richtig spannend. Auch die Lovestory wurde für mich im Laufe der Geschichte besser.
Gleichzeitig haben mich die Wiederholungen, manche Entwicklungen in der Lovestory und vor allem das verwirrende Ende gestört. Dadurch bleibt ein etwas unzufriedenes Gefühl zurück.
Ich glaube, King of Ravens hätte für mich richtig gut werden können, wenn die Umsetzung an einigen Stellen runder gewesen wäre. Die Grundidee, das Reich des Todes und die Geheimnisse rund um die Figuren haben mir nämlich wirklich gefallen.
Unterm Strich: eine tolle Idee, ein interessantes Setting und spannende Momente – aber mit einigen Punkten, bei denen ich mir mehr gewünscht hätte.
Für mich: 4 von 5 Sternen ⭐