Solider Auftakt

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Vega Varg ist ein Krimi, der vor allem durch seine atmosphärische Dichte und den geschickt aufgebauten Spannungsbogen überzeugt. Die wechselnden Perspektiven und Rückblicke vor der Tat verleihen der Handlung eine lebendige Dynamik, die einen sofort in die Ermittlungen hineinzieht.

Die Autorin versteht es, ein Setting zu schaffen, das gleichzeitig ruhig, kühl und unterschwellig bedrohlich wirkt. Die Perspektivwechsel sorgen dafür, dass man die Tat aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt, was die möglichen Motive und Abläufe besonders authentisch erscheinen lässt.

Die Figuren sind klar gezeichnet und sofort greifbar. Vega ist stur, eigenwillig, aber mit einem warmen Kern. Ihr privates Umfeld ist so detailliert beschrieben, dass man sie direkt vor sich sieht. Leopold ist immer tadellos gekleidet, eher ruhig und kontrolliert. Trotz der Gegensätze sind sie gute Freunde.

Besonders stark sind die Ermittlungs-Dialoge, die mir durch den präzisen und fesselnden Schreibstil der Autorin positiv aufgefallen sind.

Die verschiedenen Tatvarianten werden glaubwürdig und nachvollziehbar präsentiert. Man rätselt mit, ohne dass es konstruiert wirkt. Die ausgeprägte Beziehungsproblematik zwischen den Figuren nimmt jedoch zunehmend Raum ein und lässt den Fall gefühlt in den Hintergrund rutschen.

Nach dem starken Aufbau wirkt das Finale für meinen Geschmack zu knapp und bleibt deshalb hinter dem Potenzial zurück.