Typischer Skandinavienkrimi
Das Cover des Buches verrät schon ein bisschen wie die Stimmung ist, öde, rau. „Vega Varg – Das Schweigen der Insel“ ist in dem Sinne ein typischer Skandinavienkrimi. Ein junger Mann wird ermordet aufgefunden und ruft die titelgebende Ermittlerin auf den Plan, weil er ihr nicht unbekannt ist. Das Opfer ist ein Jugendfreund ihrer beiden Söhne. Die Geschichte wird in Zeitsprüngen erzählt, was die Spannung durchweg hochhält, auch wenn die Ermittlungen an sich dann gar nicht das Spannendste an der sind, beziehungsweise geraten sie auch relativ schnell in den Hintergrund. Vielmehr geht es in „Vega Varg – Das Schweigen der Insel“ um die Beziehungen der ganzen Figuren untereinander. Denn nach und nach werden hier Hinterhältigkeit, Betrügereien und Eifersucht der Inselbewohnerinnen und –bewohner aufgedeckt. Irgendwann hat man geradezu den Eindruck, dass es kaum eine aufrechte Person in dem Ganzen gibt und doch sind alle Figuren interessant, weil ihre Beweggründe immer irgendwie nachvollziehbar geschildert werden. Interessant dabei auch, dass Vega aus einer regelrechten Polizeifamilie kommt, sowohl ihr Vater, als auch ihre beiden Söhne haben den gleichen Beruf gewählt. Die Hauptfigur hat mir gut gefallen, sie ist eine starke Ermittlerin mit Ecken und Kanten, der man ihr persönliches Interesse an dem Fall abkauft. Ich finde das Buch einen gelungenen Auftakt für diese Reihe.