Überaus dunkle Grundstimmung

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Buchmeinung zu Asa Hellberg – »Das Schweigen der Insel«

»Das Schweigen der Insel« ist ein Kriminalroman von Asa Hellberg, der 2026 im Heyne Verlag in der Übersetzung von Ricarda Essrich und Franziska Hüther erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Koster morden: Den femte dagen« und ist 2025 erschienen.

Zum Autor:
Asa Hellberg wurde 1962 in Fjällbacka geboren. Heute lebt sie in der Nähe von Stockholm. Mit ihren Romanen stand sie in ihrer Heimat bereits regelmäßig auf der Bestsellerliste und begeisterte auch ein internationales Publikum. Mit der Krimireihe um Vega Varg schlägt sie nun ein neues Kapitel auf.

Zum Inhalt:
Auf den schwedischen Kosterinseln wird von norwegischen Touristen die Leiche eines Einheimischen aufgefunden. Vega Varg, die örtliche Polizeichefin, übernimmt mit ihrem Team die Ermittlungen. Im weiteren Verlauf erhält sie Unterstützung von einer norwegischen Spezialeinheit, die ihr alter Freund Leopold Posse leitet.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in weiten Teilen enttäuscht. Dabei fand ich die Hauptfigur Vega Varg zu Beginn durchaus sympathisch. Sie ist Witwe und leitet den örtlichen Polizeiposten, in dessen Umfeld ihre beiden Söhne tätig sind. Ihre Tochter ist dabei, sich von der Familie abzunabeln. Überhaupt spielen Familien, Beziehungen und persönliche Probleme eine große Rolle. Vega Varg hat ein bestimmendes, wenn nicht sogar ein dominierendes Wesen. Läuft es nicht nach ihren Vorstellungen, wirkt sie schnell angefressen. Deshalb bewahren Personen aus dem familiären Umfeld etliche Geheimnisse vor ihr.
Die Handlung ist komplex. Neben dem aktuellen Fall ist die Ermordung ihres Mannes immer noch ungeklärt. In Rückblenden wird diese Zeit immer wieder aufgegriffen. Auch die aktuellen Geschehnisse werden nicht linear erzählt. Dies mag die Spannung erhöhen, führte bei mir aber auch zu Verständnisproblemen. Die Grundstimmung ist sehr dunkel und das Beziehungsgeflecht ist ein Morast. Ein positives Bild gibt einzig der Leiter der norwegischen Sondereinheit Leopold Posse ab. Seine Freundschaft zu Vega Varg endet abrupt, als er ihre Tochter verdächtigt.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven eindringlich erzählt, meistens durch Vega Varg. Sie ist sehr umfassend gezeichnet und zunehmend mit Grautönen durchsetzt. Die meisten Figuren sind mit massiven Grautönen gezeichnet und wirken unsympathisch. Dazu kommt, dass jede Figur ihr eigenes Süppchen kocht und wenig zur Aufklärung der Fälle beitragen will. Fast schon erstaunlich fand ich, dass am Ende die Fälle nachvollziehbar aufgeklärt werden konnten. Vega Varg erlebt harte Zeiten und ihre Familie muss einen Neustart wagen, weil zu viel familiäres Porzellan zerschlagen wurde.
Mein Lesevergnügen wurde durch die überaus dunkle Grundstimmung und das Fehlen positiver Elemente arg getrübt.

Fazit:
Ein komplexer nordischer Krimi, dessen überaus dunkle Grundstimmung bei mir kaum Lesevergnügen aufkommen lassen wollte. Deshalb bewerte ich den Titel auch nur mit zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten). Eine Leseempfehlung mag ich nicht aussprechen.