Eisbär und Schmetterling

Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
archer Avatar

Von

Velvet ist eine Dämonenreiterin, das heißt, in ihrem Inneren lebt ein Dämon, den sie irgendwann bezwungen hat, und ihr Job ist es, Dämonen zu töten. Eigentlich wollte sie in der Hexenakademie aufgenommen werden, doch in ihrer Vergangenheit ist etwas vorgefallen, das ihr diesen Weg verbaut hat. Jetzt erfährt sie dank ihrer dämonischen Visionen, dass die Götter getötet werden sollen. Um das zu verhindern, braucht sie das Blut von sieben Göttersöhnen. Leider sind die nicht so einfach aufzuspüren - mit Ausnahme von einem: Kashmere Sinclaire, ihr Ex-Freund. Velvet würde sich (zu Recht) lieber einen Arm amputieren, als mit diesem Mafiaboss Kontakt aufzunehmen, doch sie hat leider keine andere Wahl, denn sie braucht seine Hilfe.

Das Positive vorneweg: Die Autorin kann schreiben und hat coole Ideen. Leider neigt sie dann dazu, ihre coolen Ideen in den Sand zu setzen, weil sie ein Faible für dermaßen Red-Flag-Loveinterests hat, dass einem normalen Menschen das Grausen kommt. Und sie sich auch viel zu sehr auf ihre Charaktere stützt, ohne diese in irgendeiner Form weiterzuentwickeln. So liest man also ein 500-Seiten-Buch mit einem Plot, der zum Schluss überhaupt keinen Sinn mehr ergibt, Hauptsache, es werden ständig die beiden Hauptpersonen in Kontakt gebracht. Dabei ist es äußerst unangenehm, über Kash zu lesen, weil der eigentlich eher der Prota einer (Dark) Mafiaromance sein sollte. Aber anscheinend ist es egal, dass er ungebeten Gedanken von anderen liest, dass er sich ständig abfällig über die Prota äußert, dass er eifersüchtig ist, obwohl er kein Recht dazu hat, dass er über die Bedürfnisse und Äußerungen der Prota hinwegstiefelt. Ich weiß ja, dass die Autorin auf diese Art von Red Flags steht, aber ich hoffe immer wieder so sehr, dass sie vielleicht ein einziges Mal anständige Männer auf ihre Welten loslässt.

Ich verstehe nicht, wie man es sexy finden kann, wenn ein rasend eifersüchtiger Typ seinem fast unsterblichen (Götter)Bruder mehrmals ein Messer in den Leib rammt, um ihm Schmerzen zu bereiten. Wie man demselben Typen alles verzeihen kann, obwohl er alles falsch gemacht hat, wie man diesen Typen sexy finden kann, wenn er den eigenen Lehrling bedroht. Das ist alles schon schlimm genug, aber am schlimmsten ist, dass das ganze Hin und Her um das Götterblut völlig sinnlos war. Und sich dieser Typ als ein absoluter Verräter und widerlicher Opportunist herausgestellt hat. Wie üblich ist das aber alles nicht so wild, weil der Kerl hooooottttt as hell ist. Na dann.