Vielversprechende Idee mit nervtötender Umsetzung

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Worum geht’s?
Nemesis von Winther hat nur ein Ziel im Leben: Den Tod ihres älteren Bruders rächen. An der Academy of Dream Analysis wähnt sie sich ihrem Ziel zum Greifen nahe, wäre da nicht Mercy, der Neffe der Mörderin von Nairo – und ausgerechnet der Mann, der Nemesis den Kopf verdreht und sie fast vergessen lässt, warum sie überhaupt dort ist.


Meine Meinung:
Mit dieser Geschichte habe ich mich unglaublich schwer getan, was ich angesichts der eigentlich tollen Aufmachung und der wirklich vielversprechend klingenden Idee ausgesprochen schade finde. Bereits der Beginn des Buches hat sich für mich dann aber so gezogen, dass ich kaum noch Motivation für die letzten beiden Drittel aufbringen konnte und mich zwingen musste, die Geschichte überhaupt zu beenden.

Auch inhaltlich bin ich schlussendlich nicht überzeugt worden, auch wenn es wirklich vielversprechende Ansätze gab. Das Setting in Lappland war dabei definitiv ein Pluspunkt, der mir grundsätzlich sehr gut gefallen hat, und auch das Thema luzides Träumen ist meiner Meinung nach noch nicht so übermäßig in Geschichten vorhanden, dass ich eigentlich wirklich Lust auf die Geschichte hatte.

Der Spannungsbogen hat dann für meinen Geschmack aber leider erst deutlich zu spät an Fahrt aufgenommen, was meiner Motivation überhaupt nicht zuträglich war. Ganz spannend fand ich dabei zwar immer noch die Ausführungen und theoretischen Aspekte des Träumens und des Unterrichts an der Akademie, da das in meinen Augen aber leider nicht ausreicht, um die Geschichte wirklich als Dark Academia zu kategorisieren und ich darüber hinaus auch schon deutlich bessere Umsetzungen dieses Tropes gelesen habe, war ich auch von diesem Punkt nur teilweise überzeugt.

Mit den Figuren bin ich dann leider auch nicht warm geworden, was dem Sarg meiner Meinung nach den Nagel eingeschlagen hat. Weder Nemesis noch Mercy kamen mir wie nennenswert mehrdimensionale Charaktere vor, da sie abgesehen von Wut, Trauer und Lust relativ wenig Emotionen zeigen. Die Anziehung zwischen den beiden kam mir ehrlich gesagt etwas arg an den Haaren herbeigezogen vor, da ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen für mich einfach nicht zusammenpassen wollten. Auch nennenswerte Weiterentwicklungen konnte ich bei keinem der beiden beobachten, was es mir sehr schwer gemacht hat, mit ihnen mitzufiebern.

Leidgetan haben mir beide zwar schon, das hat schlussendlich aber leider nicht gereicht, um über den eher plump entwickelten Handlungsbogen und die flachen Charaktere hinwegzusehen und mich für die Geschichte begeistern zu können.


Fazit:
So schön wie die Aufmachung dieser Reihe auch ist, die Umsetzung hat mich leider nicht begeistern können. Die fehlende Entwicklung der Charaktere und die meiner Meinung nach nicht wirklich gut durchdachte Handlung haben mir beim Lesen leider keine Freude bereitet, weshalb ich trotz aller vielversprechenden Ansätze aktuell keine Lust habe, auch Band zwei zu lesen.

Dafür gibt es knappe zwei Bücherstapel von mir.