Ein atmosphärischer Horrortrip durch die Schatten der Vergangenheit

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karouchi Avatar

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Josh Winning liefert mit „Verbrenn das Negativ“ einen raffiniert konstruierten Mystery-Horrorroman, der gekonnt die Grenzen zwischen Filmmythos und Realität verwischt. Die Geschichte folgt der Journalistin Laura Warren, die in ihre dunkle Vergangenheit zurückgezogen wird, zum Set eines verfluchten Horrorfilms, bei dem einst ihre Mutter ums Leben kam. Was beginnt wie eine Aufarbeitung alter Wunden, entwickelt sich schnell zu einem albtraumhaften Puzzle, das zwischen Gänsehaut, Wahnsinn und Wahrheit pendelt.

Was besonders überzeugt:
-Cleverer Metakommentar auf das Horrorgenre: Winning spielt mit dem Mythos des „verfluchten Films“, eine Hommage an Klassiker wie Poltergeist oder The Exorcist, dabei aber originell und nicht bloß referenziell.
- Starke weibliche Hauptfigur: Laura ist keine einfache „Final Girl“-Karikatur, sondern eine vielschichtige Protagonistin mit Trauma, Biss und Tiefe.
- Stimmung & Atmosphäre: Die düsteren Set-Passagen und Rückblenden sind filmisch erzählt, das Buch liest sich wie ein Horrorfilm zum Mitfühlen.

Kleine Schwächen:
Manche Nebenfiguren bleiben etwas blass, und der Showdown driftet minimal ins Übertriebene, doch das tut der Gesamtwirkung keinen Abbruch.

Empfehlung:
Für Fans von düsteren Mystery-Thrillern, Meta-Horror und Geschichten, in denen die Vergangenheit tödlich wiederkehrt.