Ich soll verdammt sein

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Als kleines Mädchen spielt Laura im Horrorfilm „The Guesthouse“ die Hauptrolle. Aber auf dem Film scheint ein Fluch zu liegen, 8 Menschen aus der Crew kommen ums Leben. Schwer traumatisiert hängt Laura ihre Schauspielkarriere an den Nagel und ändert ihre Identität, um nicht mehr mit dem Film und dem Fluch in Verbindung gebracht zu werden. Jetzt, 30 Jahre später, soll sie als Journalistin über ein Remake des Films berichten. Doch mit dem Remake ist scheinbar auch der Fluch wieder zurück und schon bei ihrer Ankunft in L.A. gibt es den ersten Toten. Kann Laura dem Fluch ein zweites Mal entkommen?

Schon beim Lesen des Klappentextes kam mir sofort der Film „Poltergeist“ aus dem Jahr 1982 in den Sinn, denn auch um diesen ranken sich Mythen über einen Fluch, da mehrere Leute aus der Filmcrew auf seltsame Art und Weise ums Leben gekommen sind. Wer hier aber einen billigen Abklatsch befürchtet, kann sich beruhigen. Das Buch von Josh Winning ist kein Abklatsch irgendeines Films, sondern eine filmreife Hommage an die Horrorfilme aus den 80er Jahren. Wer also Filme liebt wie „Poltergeist“, „Nightmare on Elm Street“ oder „Amityville Horror“ (zugegeben ist dieser Film Ende der 70er Jahre herausgekommen), wird beim Lesen dieses Buches mit Sicherheit wehmütig.

Es gibt Bücher, bei denen man das Gefühl hat, live dabei zu sein und die Protagonisten durch ihre Geschichten zu begleiten. Das hatte ich hier nicht. Stattdessen kam ich mir vor, als sehe ich einen Horrorfilm von damals im Fernsehen. Dabei hat der Autor es geschafft, mir ein richtig nostalgisches Gefühl zu vermitteln. Es hat einfach Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Der flüssige Schreibstil des Autors hat natürlich auch dazu beigetragen. Dieser wurde nur 2x gestört, als die Namen zweier Figuren vertauscht wurden. Aber das waren nur kleine Holperer. Ansonsten bin ich nahezu durch das Buch geflogen. Am Ende jeden Kapitels gab es dazu fiktive Zeitungsausschnitte, Drehbuchseiten, Interviews etc., die sich mit dem Film „The Guesthouse“ aus der Geschichte und dem daraus resultierenden Hype befassen. Das lockert alles zusätzlich auf und ich war nach jedem Kapitel gespannt, was mich erwartet. Es war ein bisschen, als ob man Internetrecherche über diesen Film betreibt.

Lange habe ich gerätselt, ob sich Laura alles nur einbildet, oder ob jemand vielleicht versucht sie um den Verstand zu bringen, oder ob tatsächlich übernatürliche Phänomene und ein Fluch am Werk sind und die Crewmitglieder umbringt. Des Rätsels Lösung wird hier natürlich nicht verraten. Stattdessen rate ich Ihnen, das Buch einfach zu lesen. In meinen Augen ist es etwas Besonderes und ich soll verdammt sein, wenn das nicht irgendwann mal verfilmt wird.