Remake
Das Cover finde ich wenig ansprechend, sowohl die optische Gestaltung als auch die Farbe sind Fehlgriffe, das Buch hätte ich so nie gekauft. Inhaltlich ist der Thriller eine Mischung aus Hommage an den Horrorfilm Klassikern aus den 70er bis 90er Jahren und aktuell ein mystischer Horror-Grusel-Thriller mit Fantasy-Effekten. Die Grundstimmung ist durchwegs gruselig, mysteriös und man wartet als Leser*in schon auf die nächste Tragödie. Das gesamte Setting erinnert an eine Atmosphäre, die man in Horrorfilmen häufig findet, abgelegene Gruselhäuser, Filmkulissen und viele unglückliche Todesfälle. Laura selbst konnte mich nicht so richtig fesseln als erwachsener Charakter. Ich kann nachvollziehen, dass ihre Kindheit schwierig war und dadurch, dass sie von ihrer Mutter in die Filmschiene gedrängt wurde, obwohl sie nicht wollte, hatte sie keine schöne Kindheit. Außerdem macht es auch etwas mit einem Kind, wenn es in einem Horrorfilm mitspielen muss. Die Auswirkungen auf Amys Leben kann ich auch sehr gut nachvollziehen, aber für die erwachsenen Charakteren kann ich nicht so viel Verständnis aufbringen. Laura bleibt distanziert, auch in ihren Beziehungen und in ihrem gesamten Verhalten und sie strahlt etwas Düsteres aus, das ist auch dem Medium sofort aufgefallen. Generell erfährt man wenig aus dem Privatleben der Charaktere, über ihre Gedanken, was in den Jahren dazwischen passiert ist, sie bleiben oberflächlich und unnahbar. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, gerade, wenn es um die Aufarbeitung eines psychologischen Kindheitstraumas geht. Beim Remake von The Guesthouse passieren wieder ein tödlicher Unfall nach dem nächsten, wie auch schon bei der Originalversion. Konnte hier niemand schon früher Zusammenhänge feststellen? Die Zeitungsausschnitte und Textpassagen aus dem Skript am Ende jedes Kapitels finde ich interessant, sie stellen einen authentischen Bezug her. Die gesamte Inszenierung wirkt auf mich etwas nostalgisch und hat einen Vibe der 70er/80er Jahre, nicht so modern, wie man es für die Gegenwart erwarten würde und auch die Wendungen und die Auflösung bieten kaum Überraschungseffekte, sondern sind recht vorhersehbar.