Solide Unterhaltung mit interessanter Ausgangslage

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desideria1980 Avatar

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Ich bin mit Interesse an Verbrenn das Negativ herangegangen, weil die Grundidee stark ist. Ein alter Horrorfilm, eine Neuverfilmung, ungeklärte Todesfälle und eine Hauptfigur, die sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss. Der Ansatz hat Potenzial und verspricht eine düstere, psychologisch aufgeladene Geschichte.
Im Mittelpunkt steht Laura Warren, die beruflich nach Los Angeles zurückkehrt und dabei mit einem Kapitel ihres Lebens konfrontiert wird, das sie lange verdrängt hat. Die Verbindung zwischen Filmset, Erinnerung und Trauma ist gut gedacht und sorgt stellenweise auch für eine beklemmende Stimmung. Besonders das Setting und die Idee, Realität und Fiktion ineinanderfließen zu lassen, fand ich gelungen.
Für mich trägt das Buch jedoch nicht durchgehend. Sprachlich bin ich oft nicht richtig ins Lesen gekommen, der Text blieb stellenweise sperrig und hat keinen echten Sog entwickelt. Auch emotional bin ich auf Abstand geblieben. Laura ist interessant angelegt, blieb für mich aber über weite Strecken schwer greifbar, sodass ich mehr beobachtet als mitgefühlt habe.
Die Geschichte hat ihre starken Momente, verliert sich für meinen Geschmack aber zu häufig und schöpft ihr Potenzial nicht vollständig aus. Unterm Strich ist es ein Buch mit einer guten Idee und einer passenden, düsteren Atmosphäre, das mich jedoch nicht dauerhaft fesseln konnte.

Fazit: Solide Unterhaltung mit interessanter Ausgangslage, die mich persönlich aber nicht ganz erreicht hat. Für Fans des Genres sicher einen Blick wert, für mich eher ein Buch aus der Kategorie, gute Ansätze, mittelmäßige Wirkung.