Tolle Idee, mittelmäßige Umsetzung

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paatricia Avatar

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Als großer Fan von Horrorfilmen hat mich Josh Winnings neues Buch bereits beim Lesen des Klappentextes begeistert. Auch das Cover ist dem Thema entsprechend gestaltet, weshalb ich eine spannende paranormale Geschichte erwartet habe. Leider konnten meine recht hohen Erwartungen jedoch nicht erfüllt werden.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir Laura, die Protagonistin des Thrillers, kennen. Sie reist nach Los Angeles, um dort am Set der Horrorserie "It Feeds" für einen journalistischen Artikel zu recherchieren. Doch die Dreharbeiten zur Serie, die eine Neuinterpretation des berüchtigten Horrorfilms "The Guesthouse" ist, scheinen unter keinem besonders guten Stern zu stehen. Nach Lauras Ankunft in Hollywood häufen sich mysteriöse Ereignisse, die im Zusammenhang mit der Protagonistin und ihrer tragischen Vergangenheit zu stehen scheinen.

Leider sind die Charaktere allesamt recht schwach ausgearbeitet, sodass ich mit keiner der Figuren wirklich "mitgefiebert" habe. Man erfährt recht wenig über die verschiedenen Charakterzüge und die Dialoge zwischen den Figuren wirken teilweise überdramatisiert, fast wie in einem klischee-artigen Liebesroman. Die Entscheidungen von Laura habe ich zudem häufig als unlogisch empfunden, insbesondere wenn es um die Menschen ging, die sie in ihrem Leben verletzt haben. Auch einige Handlungsstränge wirken unrealistisch. Natürlich spielt das Paranormale in dem Buch eine große Rolle, jedoch gab es einige Momente, in denen nicht einmal diese fiktiven Elemente wirklich Sinn gemacht haben.

Für meine Empfindungen ist der Thriller zudem zu lang. Die Geschichte hätte gut in hundert Seiten weniger gepasst, ohne dass es dem Buch an etwas gefehlt hätte. Mit seinen knapp 400 Seiten zieht sich die Geschichte an einigen Stellen leider sehr, sodass ich mich teilweise wirklich motivieren musste, weiterzulesen. Besonders zum Ende hin hatte ich auf ein spannendes Finale gehofft, wurde jedoch leider enttäuscht. Die letzten hundert Seiten wirkten eher wie das Skript zu einem Film, das in Buchform eher nicht funktioniert.

Am Ende hatte ich leider das Gefühl, als hätte der Autor versucht, viele verschiedene Plots zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammenzufügen, sodass das Buch irgendwann leider nur noch wirr und unlogisch wirkte. Auch der Epilog hätte gekürzt werden können. Die Ereignisse, die darin beschrieben wurden, haben meiner Meinung nach nicht zu den vorherigen Beschreibungen der Protagonistin gepasst, sodass ich am Ende nicht mehr sicher war, welche Charakterzüge diese nun eigentlich haben sollte.

Trotz der ganzen Kritik hat mir besonders der erste Teil des Thrillers gefallen! Josh Winning hat einen angenehmen Schreibstil und konnte die Idee (für meinen Geschmack) zumindest teilweise sehr gut umsetzen. Gerne werde ich weitere Bücher von ihm lesen und ich hoffe, dass ich niemanden mit meiner Rezension von "Verbrenn das Negativ" abgeschreckt habe! Es gibt sicher LeserInnen, die es lieben werden!