TW:Langeweile

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Eine Info vorab: ich schreibe sehr ungern solche miesen Rezensionen zu einem Buch, weil ich der Meinung bin, dass ein Künstler hinter diesem Werk steht und der hat sich schon was dabei gedacht, hat jede Menge Zeit und Herzblut in sein Werk gesteckt und verdient es gelesen zu werden.
Mir persönlich hat das Werk einfach nicht gefallen. Aber wenn euch der Klappentext gefällt und ihr Interesse an dem Buch habt: bildet euch eure eigene Meinung und vielleicht könnt ihr dem Autor mehr Liebe da lassen als ich 💔


Die Idee hinter Verbrenn das Negativ klingt erst einmal super cool:
Ein alter Horrorfilm, ein angeblicher Fluch am Set, eine Journalistin mit eigener Vergangenheit in der Filmbranche.
Das alles klingt nach düsterer Atmosphäre, Geheimnissen und langsam unter die Bettdecke kriechendes Grauen.
Leider bleibt davon für mich vor allem eines hängen: sehr viel Leerlauf, Blablabla und Langeweile.

Der Roman spielt stark mit Film- und Hollywood-Motiven. Interviews, fiktive Artikel, Drehbuchauszüge und Social-Media-Schnipsel sollen der Geschichte Tiefe geben und ein Gefühl von „True Crime trifft Horrorfilm“ erzeugen.
Die Form ist also durchaus kreativ bringt die Handlung aber nicht voran, entsprechend verpufft der Effekt Seite für Seite…
Inhaltlich wirkt die ganze Story oft zerfahren.
Statt Spannung aufzubauen, verliert sich die Handlung immer wieder in eher lästigen Nebensträngen, Erinnerungen und Figuren, die weniger Profil haben als abgefahrene Formel 1 Reifen.

Die Hauptfigur ist zwar grundsätzlich interessant angelegt, bleibt aber emotional auf Distanz.
Ich dachte sie entwickelt sich aus der „Opferrolle“ zur toughen Fighterin, aber leider Fehlanzeige.
Ihre Handlungen sind oft nicht nachvollziehbar und das Ende hat Laura und dem ganzen Buch noch die Krone aufgesetzt, ging für mich alles in eine völlig falsche Richtung.

Am meisten enttäuscht hat mich jedoch der angebliche Horror. Wo ich Gänsehaut erwartet habe, bekam ich vor allem lange Strecken, in denen wenig passiert. Der Spannungsaufbau zieht sich, Andeutungen verpuffen, und selbst wichtige Enthüllungen fühlen sich erstaunlich unspektakulär an. Statt nervöser Neugier stellte sich bei mir eher Geduldstraining ein, aber ich hab’s durchgehalten.

Man merkt, dass das Buch eine Liebeserklärung an alte Horrorfilme sein will, ist es für mich aber nicht. Wer sich gern in filmischen Referenzen verliert, könnte daran Freude haben.
Für mich reichte das aber nicht, um die vielen zähen Passagen auszugleichen.

Fazit:
Verbrenn das Negativ hat eine starke Grundidee aus der man richtig viel hätte raus holen können, scheitert für mich aber an der Umsetzung.
Zu wenig Spannung, kein Horror, zu viele Längen, zu wenig emotionale Bindung, kein Figurentod hätte mich erschüttert und das Ende, pah! Fand ich nochmal extra mies.
Schade!

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