"Verbrenn das Negativ(e)."

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„Verbrenn das Negativ“ ist mein erstes Buch von Josh Winning, das ich im Rahmen einer Vorableseaktion erhalten durfte. Die Story klang sehr interessant und erinnert während des Lesens immer wieder an reale Begebenheiten rund um die Filme „Poltergeist“ und „Der Exorzist“, die vermutlich auch als Inspiration dienten. Entsprechend liest sich das Buch stellenweise wie ein Horrorfilm und ließe sich grundsätzlich gut verfilmen.
Allerdings müsste dabei noch am Gruselfaktor gearbeitet werden, denn die Geschichte wirkt phasenweise erstaunlich harmlos und ruhig. Zudem gibt es immer wieder Längen, in denen sich das Buch zieht und die Spannung deutlich abfällt. Dafür verläuft das Finale extrem rasant und ist sehr dicht gepackt. Die Auflösung und das Ende waren für mich in Ordnung und passen gut zu bekannten Horrorfilmkonventionen.
Der Schreibstil ist angenehm, sodass man auch durch ruhigere Passagen gut durch das Buch kommt. Die Protagonistin Laura war mir jedoch maximal unsympathisch – ich empfand sie als anstrengend und wenig nachvollziehbar. Die Nebencharaktere sind dagegen deutlich besser ausgearbeitet.
Den größten Minuspunkt erhält das Buch für die Umschlaggestaltung, bei der KI zum Einsatz kam, was ich persönlich nicht befürworte oder unterstützen möchte. Gerade bei der Größe des Verlages hätte ich hier mehr erwartet.
Insgesamt leider ein eher nüchterner Start ins Lesejahr 2026.