Ein Familienfest mit tödlichem Ausgang

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knorki Avatar

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Inhalt:

Die wohlhabende und einflussreiche Snæberg-Familie trifft sich anlässlich einer Familienfeier in einem abgelegenen Designhotel in den Lavafeldern im Westen Islands. Um ungestört zu sein, haben sie für dieses Wochenende das gesamte Hotel für sich gebucht. Der Alkohol fließt in Strömen und während draußen ein Schneesturm aufzieht, drängen alte Konflikte, Geheimnisse und Spannungen an die Oberfläche. Bis einer von ihnen tot aufgefunden wird...

Meine Meinung:

"Verlassen" ist der vierte Teil der Akranes-Reihe, zeitlich spielt der Band jedoch vor den bisherigen Teilen der Reihe. Der Schreibstil ist gewohnt angenehm zu lesen. Der Autorin gelingt es auch dieses Mal, eine zunehmend düstere und bedrohliche Stimmung heraufzubeschwören, die den Leser in seinen Bann zieht. Dies gelingt nicht zuletzt durch die bildhaften Beschreibungen und die verschiedenen Erzählperspektiven. So kommen verschiedene Personen, die sich an eben jenem Wochenende im Hotel aufhalten, zu Wort und der Leser erfährt viel über die familiären Verwicklungen und schwelenden Konflikte, verschiedenen Sorgen und Probleme. Ich fand die Beziehungen sehr komplex, was mir gut gefallen hat, war aber auch froh über den Stammbaum am Anfang des Buches, der dem Leser bei der Orientierung hilft.

Da dieser Band kurz vor Elmas Rückkehr in ihre Heimatstadt spielt, spielt die bisherige Protagonistin der Reihe in diesem Buch keine Rolle. Mir persönlich hat sie gefehlt bzw. insbesondere eine starke Ermittlerfigur, auch wenn Elmas späterer Kollege Sævar dem Leser bereits bekannt ist. Die Charaktere der Familie Snæberg sind nicht unbedingt Sympathieträger, zudem scheint jeder von ihnen dunkle Geheimnisse zu haben. Einzig mit der minderjährigen Tochter Lea habe ich mitgefühlt, auch wenn ich sie für ihr Alter sehr naiv fand.

Der Plot an sich ist spannend und gut konstruiert. Nicht nur ist lange unklar, wer der Täter ist, sondern auch die Identität des Opfers, was zusätzlich für Spannung sorgt. Da wie bereits erwähnt beinahe jeder der Anwesenden (sogar vom Personal) ein Geheimnis zu hüten und auch mit mind. einem der anderen einen Konflikt zu haben scheint, kann man auch als Leser sehr gut miträtseln und Theorien aufstellen. Dank einiger ungeahnter Wendungen bleibt der Ausgang des Buches bis zum Ende unvorhersehbar. Erst ganz zum Schluss finden alle Puzzleteile schließlich ihren Platz und lüften die ungeheuerliche Wahrheit.

Fazit:

Spannender vierter Band der Reihe, der chronologisch vor den anderen Bänden spielt. Nicht der stärkste Teil der Reihe, aufgrund der düsteren und konfliktgeladenen Atmosphäre und vielen Wendungen aber definitiv fesselnd und lesenswert.