Bissig, schräg und absolut modern
Die ersten 31 Seiten von Madeline Cashs „Verlorene Schäfchen“ haben mich mit einer völlig unerwarteten, fast schon surrealen Energie überrumpelt. Der Schreibstil ist unangepasst, bissig und voller schwarzem Humor – ein krasser Kontrast zu dem, was man bei diesem Titel vielleicht vermuten würde. Besonders fasziniert mich die Art und Weise, wie die Autorin das moderne Lebensgefühl und eine gewisse Orientierungslosigkeit einfängt, ohne dabei schwerfällig zu wirken. Die Charaktere sind eigenwillig und alles andere als glattpoliert; sie wirken in ihrer Suche nach Halt fast schon schmerzhaft authentisch. Es herrscht eine ganz eigene Dynamik, die mich sofort neugierig auf das Ziel dieser „verlorenen“ Reise gemacht hat. Nach diesem schrägen und zugleich tiefgründigen Auftakt bin ich extrem gespannt, in welche absurden oder emotionalen Abgründe mich Madeline Cash noch führen wird.