Absurd unterhaltsam

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marieon Avatar

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Father Andrew versucht der unendlichen Mückenpopulation in seiner Kirche Herr zu werden. Schuld ist Miss Winkle. Sie kommt seit einer Weile mit ihrer geistig behinderten Tochter zu den Andachten. Miss Winkle arbeitet in einer Gärtnerei und folgte ihrer Idee, das Gotteshaus etwas freundlicher zu gestalten. Nun ziert eine Monstera das Eingangsportal. Diese Pflanze steht ganz oben auf der Liste der Gründe, warum Father Andrew Miss Winkle nicht mag. Darüber hinaus hat sie noch keinen Cent gespendet. Dann diese Marotte ständig „Sag ich doch“ zu sagen, dabei hatte er sie jemals, weder etwas Geistreiches, noch Interessantes sagen hören.

Als Bud Flynn an die Sakristeitüre klopfte und Father Andrew um ein Herein bat, machte Bud einen unaufgeräumten Eindruck. „Setzen sie sich Bud“. Mr. Flynn fragte für einen Freund, wie hoch die Chancen seien, nach einem Suizid in der Hölle zu landen. Der Herr schenke und nehme das Leben, da dürfe ihm niemand reinquatschen, das sei Blasphemie, sagte Father Andrew, ob er das seinem Freund ausrichten könne?

Wenige Wochen später saß Harper Flynn, die jüngste der drei Schwestern auf dem gleichen Stuhl. Die Zwölfjährige wollte beichten. Sie lüge konsequent. „Wann kommt ihr denn mal wieder zur Messe, wenn die Zeiten dunkel sind, sind die Fehlleitungen am größten“. Sie seien reformiert. Sie habe aus Mr. Friedmans Apotheke Trizoletin geklaut und in der Schule verkauft. „Die Wege des Herrn sind unergründlich“. Manchmal lege sie hinter dem Waschsalon Feuer. „Ich bin nicht in der Position dir Absolution zu erteilen“. Sie habe sich mit einer Lupe die Handflächen verbrannt, um Stigmata vorzutäuschen. Father Andrew mag die Flynns.

Fazit: Madeline Cash hat mit ihrem Debüt einen Kracher hingelegt. Catherin und Bud sind seit der Highschool zusammen. Sie haben drei Töchter. Catherine öffnet ihre Ehe und fortan nächtigt Bud im Auto in der Garage. Die erste Verzweiflung schenkt ihm suizidale Ideen, gefolgt von Gleichgültigkeit. Die Töchter stürzen sich, weitestgehend unbeachtet durch elterlichem Argwohn, in ihr eigenes Unglück. Die Jüngste, Louise chattet mit einem Fundamentalisten, der sie zu einer größeren Straftat motiviert. Die Mittlere, Harper begegnet ihrer jugendlichen Tristesse mit provokanten Delikten und deckt in detektivischer Kleinstarbeit die Fisimatenten des Tech-Milliardärs und Arbeitgebers ihres Vaters auf. Und die Älteste verliebt sich in einen maulfaulen jungen Mann namens „Kriegsverbrecher-Wes“. In dieser ungeheuer lustigen, vor Situationskomik schreienden Geschichte geht es um die Doppelmoral der Katholiken, die feuchten Silikon-Valley-Träume alter reicher Männer, um die möglichen Vorteile polyamouröser Beziehungen (Selbstfindung und so) und um die Liebes- und Toleranzfähigkeit einer ziemlich durchgeknallten Familie. Das ganze, wirklich intelligent unterhaltsame Treiben, wird von einem allwissenden Erzähler vermittelt. Leute, wie schade, dass das Buch zu Ende ist. Sollte daraus eine Netflixserie entstehen, bin ich sofort dabei. Unbedingt lesen und genießen.