Das pralle Familienleben und seine Schlachten !
Humorvoll und pointiert entwickelt Madeline Cash in ihrem Roman eine skurrile Handlung die dennoch im Laufe der Erzählung eine verblüffende Logik entfaltete. Sie schildert uns eine Familie, die auseinander zu driften scheint, aufgrund der jeweiligen unterschiedlichen Erwartung an das Leben, die Ehe, die Partnerschaft, die eigene Perspektiven und Erwartungen.
Ein selbstmordgefährdeter Vater und eine frustrierte Mutter mit künstlerischen Ambitionen, kombiniert mit halbwüchsigen, pubertierenden Kindern und einer hochbegabten Tochter, die hellsichtiger ist als der Rest der Familie aber völlig unverstanden - ergibt eine brisante Familienkonstellation, in der jeder seine eigenen, sehr unterschiedlichen Schlachten zu schlagen hat. Brillant und unterhaltsam erzählt bringt uns Cash diese Familie so nahe, dass man mit jedem einzelnen Familienmitglied mitfühlt und hofft, dass die alle verbinden Liebe, sie einen gemeinsamen Weg finden lässt- ob dies gelingt, soll nicht vorweggenommen werden. Die Autorin, die nicht nur über herausragenden Humor und spitze Ironie verfügt, hebt aber stets das Menschliche hervor und kombiniert es mit einem kritischen Blick auf die überzogene Tendenzen und Narrative unserer Zeit- perfekt! Gesellschaftliche Trends die teils ins Absurde zu münden scheinen, werden gekonnt, teils beiläufig, aber immer treffsicher ins Blickfeld gerückt, ohne das der moralischen Zeigefinger erhoben wird.
Ein fantastisches Buch, wer Spaß beim Lesen von John Irvings ersten Büchern hatte, wird auch dieses lieben!