Familie auf Abwegen
Gestaltung:
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Schon das harmlos wirkende Cover mit der Schäfchenwolke und gleichzeitig dem Sonnenstrahl, der auf das unscheinbare Haus fällt, hat meine Neugier geweckt. Das helle Gelb im Hintergrund lässt das Buch im Regal leuchten und zieht definitiv Aufmerksamkeit auf sich.
Inhalt:
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"Die drei kleinen Flynns – Abigail, Louise und Harper – kamen alle nicht mehr zum Gottesdienst. Sie gingen sonntags nicht in die Kirche und schwänzten mittwochs die Schulandacht in der Kapelle der Sacred Daughters Preparatory School. Sie fälschten Atteste der Schulkrankenschwester: Zahnschmerzen, Frauenleiden, Schleudertrauma, Magenverstimmung nach dem Verzehr von saurer Milch. Sie fehlten bei der Schulaufführung der Arche Noah und wurden später auf dem Parkplatz gesehen: ein Löwe, ein Fuchs und ein Dachs, die sich eine Zigarette teilten. [...]. Dabei gab es streng genommen keine Entschuldigung mehr für Fehlzeiten, seit die Kirche die digitale Andacht eingeführt hatte. Father Andrew galt wegen seines konstruktiven Umgangs mit der Digitalisierung und seiner Flexibilität, was die Messe anging, als eine Art Vorreiter in seinem Amt. Alle Gotteshäuser mussten sich den Veränderungen anpassen – Rabbi Hoffman bot sogar einen mobilen Beschneidungsservice an: Schnipp schnapp – Mohel auf Rädern. Doch die Töchter der Flynns, tatsächlich die ganze Familie, waren einfach abgesprungen" (ebook S. 12f)
Die Familie Flynns war einst festes Mitglied in der Gemeinde, doch irgendwann gehen sie nicht mehr in die Kirche und jedes Familienmitglied bricht mindestens eins der 10 Gebote. Der Pater der Gemeinde sieht sie als "verlorene Schäfchen". Doch sie sind nicht die Einzigen, denn letztendlich hat jeder in der Gemeinde etwas zu verbergen...
Mein Eindruck:
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»Wir alle machen Fehler, Father«, sagte der Mann. »Heilige und Sünder. Der Unterschied besteht darin, wie wir mit diesen Fehlern umgehen, wie gut wir sie verstecken und wie erfolgreich wir dafür sorgen, dass sie verborgen bleiben.« (ebook, S. 175)
Ich hatte die Leseprobe gelesen und war sofort fasziniert von dem Sprachstil. Dieser makabere, pointierte Humor entspricht genau meinem Geschmack. In einer spannenden Story über die abtrünnige Familie Flynn packt die Autorin alle wichtigen Gesellschaftsthemen der heutigen Zeit in eine spannende Satire, die durch genaue Beobachtungsgabe glänzt und die Makel der Menschen gezielt aufdeckt und auf die Spitze treibt.
Manche Szenen sind schon etwas heftig und in derber Sprache geschildert, aber bevor beim Lesen die Stimmung kippt, schafft Madeline Cash es immer, durch eine trockene Bemerkung einen wieder nach oben zu holen. Ich will nicht zu viel von der Handlung verraten und wie in jeder Satire ist vor allem das Ende wie ein Feuerwerk an konstruierten Ereignissen.
"Catherine fühlte sich grotteneinsam. Und wahrscheinlich war es ihre Aufgabe, sich selbst zu finden, aber viel lieber wäre ihr, wenn es jemand anderes für sie täte." (ebook, S. 188)
Obwohl die Figuren alle sehr starke und klischeehafte Charaktere haben, habe ich keine Distanz zu ihnen verspürt. Stellenweise offenbart die Autorin die Gefühlswelt ihrer Figuren, sodass ich, obwohl ich die Handlungen nicht immer gutheißen und nachvollziehen konnte, mit allen mitgefiebert und mitgefühlt habe. Und letztendlich sind und bleiben sie sich als Familie verbunden. Egal welche Fehltritte sie begangen haben, sie sorgen und kümmern sich umeinander.
Ich kann gar nicht alle Themen aufzählen, die hier behandelt werden und will nicht zu viel spoilern, aber angefangen von jugendlichen Terroristen, die Macht reicher Leute und ihre seltsamen Visionen bishin zu "alltäglicheren" Problemen wie Ehebruch und Machtmissbrauch in der Kirche sind viele aktuelle Themen dabei.
Die Kapitel sind kurz, die Handlung spannend und bis zum Schluss konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich habe nur schweren Herzens von den Flynns Abschied genommen und das Ende scheint (leider) final. Ich hoffe, dass die Autorin noch mehr Bücher in der Art schreibt. Mich hat sie mit diesem Roman eindeutig als Fan gewonnen!
Fazit:
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Pointierte Gesellschaftssatire anhand einer abtrünnigen Familie mit Spannung und viel schwarzem Humor - Ich liebe diese Familie!
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Schon das harmlos wirkende Cover mit der Schäfchenwolke und gleichzeitig dem Sonnenstrahl, der auf das unscheinbare Haus fällt, hat meine Neugier geweckt. Das helle Gelb im Hintergrund lässt das Buch im Regal leuchten und zieht definitiv Aufmerksamkeit auf sich.
Inhalt:
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"Die drei kleinen Flynns – Abigail, Louise und Harper – kamen alle nicht mehr zum Gottesdienst. Sie gingen sonntags nicht in die Kirche und schwänzten mittwochs die Schulandacht in der Kapelle der Sacred Daughters Preparatory School. Sie fälschten Atteste der Schulkrankenschwester: Zahnschmerzen, Frauenleiden, Schleudertrauma, Magenverstimmung nach dem Verzehr von saurer Milch. Sie fehlten bei der Schulaufführung der Arche Noah und wurden später auf dem Parkplatz gesehen: ein Löwe, ein Fuchs und ein Dachs, die sich eine Zigarette teilten. [...]. Dabei gab es streng genommen keine Entschuldigung mehr für Fehlzeiten, seit die Kirche die digitale Andacht eingeführt hatte. Father Andrew galt wegen seines konstruktiven Umgangs mit der Digitalisierung und seiner Flexibilität, was die Messe anging, als eine Art Vorreiter in seinem Amt. Alle Gotteshäuser mussten sich den Veränderungen anpassen – Rabbi Hoffman bot sogar einen mobilen Beschneidungsservice an: Schnipp schnapp – Mohel auf Rädern. Doch die Töchter der Flynns, tatsächlich die ganze Familie, waren einfach abgesprungen" (ebook S. 12f)
Die Familie Flynns war einst festes Mitglied in der Gemeinde, doch irgendwann gehen sie nicht mehr in die Kirche und jedes Familienmitglied bricht mindestens eins der 10 Gebote. Der Pater der Gemeinde sieht sie als "verlorene Schäfchen". Doch sie sind nicht die Einzigen, denn letztendlich hat jeder in der Gemeinde etwas zu verbergen...
Mein Eindruck:
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»Wir alle machen Fehler, Father«, sagte der Mann. »Heilige und Sünder. Der Unterschied besteht darin, wie wir mit diesen Fehlern umgehen, wie gut wir sie verstecken und wie erfolgreich wir dafür sorgen, dass sie verborgen bleiben.« (ebook, S. 175)
Ich hatte die Leseprobe gelesen und war sofort fasziniert von dem Sprachstil. Dieser makabere, pointierte Humor entspricht genau meinem Geschmack. In einer spannenden Story über die abtrünnige Familie Flynn packt die Autorin alle wichtigen Gesellschaftsthemen der heutigen Zeit in eine spannende Satire, die durch genaue Beobachtungsgabe glänzt und die Makel der Menschen gezielt aufdeckt und auf die Spitze treibt.
Manche Szenen sind schon etwas heftig und in derber Sprache geschildert, aber bevor beim Lesen die Stimmung kippt, schafft Madeline Cash es immer, durch eine trockene Bemerkung einen wieder nach oben zu holen. Ich will nicht zu viel von der Handlung verraten und wie in jeder Satire ist vor allem das Ende wie ein Feuerwerk an konstruierten Ereignissen.
"Catherine fühlte sich grotteneinsam. Und wahrscheinlich war es ihre Aufgabe, sich selbst zu finden, aber viel lieber wäre ihr, wenn es jemand anderes für sie täte." (ebook, S. 188)
Obwohl die Figuren alle sehr starke und klischeehafte Charaktere haben, habe ich keine Distanz zu ihnen verspürt. Stellenweise offenbart die Autorin die Gefühlswelt ihrer Figuren, sodass ich, obwohl ich die Handlungen nicht immer gutheißen und nachvollziehen konnte, mit allen mitgefiebert und mitgefühlt habe. Und letztendlich sind und bleiben sie sich als Familie verbunden. Egal welche Fehltritte sie begangen haben, sie sorgen und kümmern sich umeinander.
Ich kann gar nicht alle Themen aufzählen, die hier behandelt werden und will nicht zu viel spoilern, aber angefangen von jugendlichen Terroristen, die Macht reicher Leute und ihre seltsamen Visionen bishin zu "alltäglicheren" Problemen wie Ehebruch und Machtmissbrauch in der Kirche sind viele aktuelle Themen dabei.
Die Kapitel sind kurz, die Handlung spannend und bis zum Schluss konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich habe nur schweren Herzens von den Flynns Abschied genommen und das Ende scheint (leider) final. Ich hoffe, dass die Autorin noch mehr Bücher in der Art schreibt. Mich hat sie mit diesem Roman eindeutig als Fan gewonnen!
Fazit:
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Pointierte Gesellschaftssatire anhand einer abtrünnigen Familie mit Spannung und viel schwarzem Humor - Ich liebe diese Familie!