Skurril, kurios, trocken und schwarz – I love it!

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nesa8486 Avatar

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Dass mir Verlorene Schäfchen von Madeline Cash gefallen würde, konnte ich schon auf den ersten wenigen Seiten erkennen. Der Schreibstil ist speziell, sodass ich mir vorstellen kann, dass er nicht jedem zusagen wird, aber ich persönlich finde spezielle Schreibstile immer wahnsinnig toll und kam super rein. In dem Buch begleitet man die Familie Flynn, die so ganz und gar nicht normal ist – Bei der kleinen Harper wäre die ganze Familie so gar nicht überrascht, wenn sie ihr Erwachsenenleben größtenteils im Knast verbringen würde, die Mittlere Louise hat das traurige Los des Mittleren Kindes gezogen: Unsichtbar, unscheinbar und oft vergessen, und die Älteste, Abigail, hat mit den üblichen Teenie-Problemen zu tun. Die Eltern Bud und Catherine könnten charakterlich fast gegensätzlicher nicht sein und stecken mitten in einer großen Ehekrise. Die titelgebende Selbsthilfegruppe „Verlorene Schäfchen“ ist definitiv nicht der Hauptplot, und doch spielt sie eine wichtige Rolle.

2 Seiten hat es gebraucht, um mich das erste Mal zum Schmunzeln zu bringen, und auf Seite 5 habe ich zum ersten Mal lauthals gelacht. Das passiert mir bei gar nicht soo vielen Büchern und spricht definitiv für den trockenen, schwarzen Humor, den Madeline Cash wie selbstverständlich in ihren Schreibstil miteinwebt. Das Buch bleibt aber nicht die kompletten knapp über 300 Seiten so lustig, sondern es entwickelt sich auch noch eine Art Kriminalfall mit doch etwas ernsterem Thema. Weiter möchte ich nicht spoilern. Die Lesefreude nahm aber deswegen überhaupt nicht ab, den Übergang fand ich sehr fließend und das Ende äußerst schön.

Es macht großen Spaß, die ganze Familie auf ihrem Weg zu begleiten und ich kann dieses Buch nahezu uneingeschränkt empfehlen – Abstand sollten nur die Leute nehmen, die eher einen gehobeneren Schreibstil bevorzugen und welche, die absolut keine Sexszenen oder das Thema Sex in Büchern haben wollen, denn auch wenn sie nicht sehr detailliert vonstatten gehen, gibt es doch hin und wieder welchen. 😉