Spitzzüngige Satire mit enttäuschendem Ende
Warum man „Verlorene Schäfchen“ lesen sollte (oder warum nicht), merkt man schon auf den ersten Seiten des Buches: es kracht nur so von bösem Sarkasmus und tiefschwarzem Humor. Wer auf solche Stilmittel empfindlich reagiert, legt das Buch am besten gleich weg. Wer damit klarkommt, dass ernste soziale und psychische Probleme auf geradezu unbekümmert witzige Art formuliert werden, bekommt hier – in unserer woken Ära eher rar gewordenes – neues Lesefutter.
Die fünf Mitglieder der Familie Flynn sind grotesk überzeichnet (Mutter sinnsuchend verrückt, Papa ein Looser, eine Tochter aufregend schön, eine die graue Maus, eine hochbegabt und gelangweilt). Und obwohl man viele ihrer Handlungen nicht gutheißen kann, wachsen sie einem mit ihren allzu menschlichen, kleinbürgerlichen Problemen doch ein Stück weit ans Herz. Sie alle sehnen sich im Prinzip danach, einen Platz zu finden, wo sie gesehen und geliebt werden. Dieses Anliegen ist wohl für jeden von uns nachvollziehbar, dadurch entsteht, aller Absurdität zum Trotz, eine überraschende Nähe zu den Figuren.
Madeline Cash setzt hier spitzzüngig mit ihrer Gesellschaftskritik an, indem sie einerseits die Bedeutungslosigkeit von alten moralischen Vorstellungen (in Form der katholischen Kirche) aufzeigt, andererseits aber auch die Auswüchse unseres modernen Individualismus aufs Korn nimmt. Besonders die drei Teenie-Mädchen leiden unter der zunehmenden Haltlosigkeit und den verschwimmenden Konturen zwischen Individualität und Egoismus.
Zeit also, dass sie sich wieder bewusst werden, wie wichtig und bereichernd es sein kann, zueinanderzuhalten, wird sich die Autorin gedacht haben und bringt aus diesem Grund einen dubiosen Gegenspieler ins Geschehen, der außerdem mit seinen kriminellen Verwicklungen, die aufgedeckt werden müssen, zusätzlich für einen anziehenden Spannungsbogen sorgt.
Doch leider bringt sie dieses Element zu keinerlei befriedigendem Abschluss. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr verliert sie sich in Oberflächlichkeiten. Was wohl als Showdown angelegt war, bleibt am Schluss sogar ohne weitergehende Bedeutung für die Charaktere. Die angeblich große Gefahr löst sich in Lächerlichkeit auf, die seelischen Nöte in Wohlgefallen, die bissige Satire in einer schräg-netten Familiengeschichte, die hohen Erwartungen in Enttäuschung.
Schade um eine so böse wie kluge Betrachtung amerikanischer kleinbürgerlicher Kleinstadtprobleme. Schade, dass die Autorin keine ebenso prägnante, gut durchdachte, sprachwitzige Auflösung dieser Probleme gefunden hat.
Die fünf Mitglieder der Familie Flynn sind grotesk überzeichnet (Mutter sinnsuchend verrückt, Papa ein Looser, eine Tochter aufregend schön, eine die graue Maus, eine hochbegabt und gelangweilt). Und obwohl man viele ihrer Handlungen nicht gutheißen kann, wachsen sie einem mit ihren allzu menschlichen, kleinbürgerlichen Problemen doch ein Stück weit ans Herz. Sie alle sehnen sich im Prinzip danach, einen Platz zu finden, wo sie gesehen und geliebt werden. Dieses Anliegen ist wohl für jeden von uns nachvollziehbar, dadurch entsteht, aller Absurdität zum Trotz, eine überraschende Nähe zu den Figuren.
Madeline Cash setzt hier spitzzüngig mit ihrer Gesellschaftskritik an, indem sie einerseits die Bedeutungslosigkeit von alten moralischen Vorstellungen (in Form der katholischen Kirche) aufzeigt, andererseits aber auch die Auswüchse unseres modernen Individualismus aufs Korn nimmt. Besonders die drei Teenie-Mädchen leiden unter der zunehmenden Haltlosigkeit und den verschwimmenden Konturen zwischen Individualität und Egoismus.
Zeit also, dass sie sich wieder bewusst werden, wie wichtig und bereichernd es sein kann, zueinanderzuhalten, wird sich die Autorin gedacht haben und bringt aus diesem Grund einen dubiosen Gegenspieler ins Geschehen, der außerdem mit seinen kriminellen Verwicklungen, die aufgedeckt werden müssen, zusätzlich für einen anziehenden Spannungsbogen sorgt.
Doch leider bringt sie dieses Element zu keinerlei befriedigendem Abschluss. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr verliert sie sich in Oberflächlichkeiten. Was wohl als Showdown angelegt war, bleibt am Schluss sogar ohne weitergehende Bedeutung für die Charaktere. Die angeblich große Gefahr löst sich in Lächerlichkeit auf, die seelischen Nöte in Wohlgefallen, die bissige Satire in einer schräg-netten Familiengeschichte, die hohen Erwartungen in Enttäuschung.
Schade um eine so böse wie kluge Betrachtung amerikanischer kleinbürgerlicher Kleinstadtprobleme. Schade, dass die Autorin keine ebenso prägnante, gut durchdachte, sprachwitzige Auflösung dieser Probleme gefunden hat.