Unglaublich amüsante Dialoge

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
desirée Avatar

Von

"Verlorene Schäfchen" von Madeline Cash war für mich ein absolut überraschendes Highlight, das mir inmitten einer ausgeprägten Leseflaute den Spaß am Lesen zurückgebracht hat. Selten habe ich so sehr bei Dialogen gelacht, wie in diesem Romandebüt. Zugegeben, der Humor ist durchaus überspitzt, wild und wird - wie immer bei Humor - nicht jeder Leserin gefallen, aber der Sprachwitz hat mich komplett abgeholt.

Die Flynn-Familie ist eine wunderbar chaotische Familie, die gleichzeitig jedoch absolut liebenswürdig ist. Besonders die eigensinnige Harper und das "Sandwichkind" Louise habe ich sogleich in mein Herz geschlossen. Trotz allem Chaos und Witz spricht der Roman tiefgründige Themen an (Ehekrisen, familiärer Zusammenhalt, Einsamkeit, etc.) und gerade diese Kombination aus Humor und Tiefe hat mich überzeugt. Ich habe beim Lesen leichte "Little Miss Sunshine"-Vibes gespürt (wenngleich die Handlung des Films überhaupt nicht mit dem Roman vergleichbar ist) und damit ist klar, warum ich das Buch so mochte.

Einen halben Punkt ziehe ich gedanklich ab, da mir die Story um den Milliardär dann doch zu viel war. Wir haben es hier mit einem ersten Thema zu tun, was für mich in der Gesamtkonstuktion des Romans nicht passend war. Außerdem wurde mir dieser Handlungsstrang zu schnell aufgelöst und war nicht ganz stimmig.

Dennoch bleibt "Verlorene Schäfchen" ein Jahreshighlight und ich freue mich auf weitere Romane von Madeline Cash.