Zwischen Nähe, Chaos und leisen Wahrheiten

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apfelmaus Avatar

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Verlorene Schäfchen ist ein Familienroman, der mich zuerst etwas überrumpelt hat, sich dann aber immer mehr entfaltet hat. Der Einstieg wirkt fast absurd und tragisch zugleich, doch genau daraus entwickelt sich eine Geschichte, die sehr nah an ihren Figuren bleibt.

Besonders spannend fand ich, wie unterschiedlich jedes Familienmitglied mit der Situation umgeht. Niemand wird hier einfach bewertet oder in eine klare Rolle gedrängt. Stattdessen entsteht ein vielschichtiges Bild von Überforderung, Sehnsucht und dem Versuch, irgendwie miteinander klarzukommen.

Die drei Töchter haben mich dabei am meisten berührt, weil ihre Gedanken so greifbar und echt wirken. Zwischen familiären Erwartungen, Identität und dem Wunsch nach Zugehörigkeit entsteht eine Dynamik, die lange nachhallt.

Als Hörbuch hat mich die Umsetzung zusätzlich überzeugt. Britta Steffenhagen liest sehr angenehm, klar und emotional passend, ohne zu übertreiben.

Mein kleiner Kritikpunkt bleibt die etwas unausgewogene Darstellung der Elternbeziehung, bei der mir die Perspektive der Mutter etwas zu wenig Tiefe hatte.

Insgesamt ein starkes Hörbuch mit viel Gefühl und guter Beobachtungsgabe.