Ein gelungener Start in eine besondere Fantasywelt

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taljatalina Avatar

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„Verlorenes Herz“ hat mich überraschend schnell in seinen Bann gezogen. Die Geschichte rund um Nhika, eine junge Frau mit einer ungewöhnlichen, berührenden Gabe, ist ein spannender Mix aus Fantasy, Mystery, ein bisschen Romantik und einem Hauch steampunk-artigen Flair, ganz so, wie viele Leser*innen es sich von einem modernen YA-Fantasyroman wünschen.
Die Welt, in der Nhika lebt, hat mir richtig gut gefallen. Statt einer typischen Mittelalter-Fantasy gibt es hier einen technokratischen Stadtstaat mit einem ungewöhnlichen Magiesystem: Heilung und Magie sind nicht einfach Zauberei, sondern wirken fast wie eine bizarre, biologische Wissenschaft. Das gibt der Geschichte eine besondere Atmosphäre und hebt sie angenehm von „alltäglichen“ Fantasywelten ab.
Nhika selbst ist eine starke, aber verletzliche Protagonistin, mit der ich leicht mitfühlen konnte. Sie muss nicht nur um ihr Überleben kämpfen, sondern auch damit zurechtkommen, dass etwas, das anderen als Segen gilt, sie selbst zur Gejagten macht. In den ersten Kapiteln war ich sofort neugierig, wie sie sich in dieser Welt behauptet.
Die Story hat ein gutes Tempo und immer wieder unerwartete Wendungen, besonders, als Nhika unfreiwillig in einen Mordfall hineingerät und beginnt, nicht nur um Antworten, sondern auch um Vertrauen zu ringen. Gerade dieser Spannungsbogen zwischen Ermittlungen, Gefahr und den schrittweisen Annäherungen zwischen Nhika und Ven hat mich sehr unterhalten. Es ist keine übertriebene Liebesgeschichte, sondern eher eine leise, glaubhafte Entwicklung, die gut zur Gesamterzählung passt.
Schreibstil und Erzählfluss machen es leicht, im Buch drin zu bleiben. Ich habe es an einem Wochenende durchgelesen, weil die Seiten geradezu nach „nur noch ein Kapitel“ gerufen haben. An ein paar Stellen hätte der Plot allerdings noch etwas mehr Tiefe oder Überraschungsmomente vertragen können, gerade wenn es um manche Nebenfiguren geht. Da blieb ich etwas neugierig, aber auch ein kleines bisschen unbefriedigt zurück.

Für mich waren die Stärken:
• eine sehr klare, fesselnde Sprache und ein angenehmes Lesetempo,
• eine ungewöhnliche Fantasywelt, die sowohl Magie als auch technische Elemente kombiniert,
• eine sympathische Heldin, der man gern folgt,
• eine Spannung zwischen Mystery, Politik und persönlichem Wachstum.

Und die kleinen Kritikpunkte:
• nicht alle Figuren bekommen die Tiefe, die sie verdient hätten,
• einige Plotelemente wirken vertraut, wenn auch gut umgesetzt.

Fazit:
„Verlorenes Herz“ ist ein fesselnder Auftakt einer neuen Fantasyreihe, der viele Leser*innen begeistern dürfte, besonders Fans von atmosphärischen Welten mit einem ungewöhnlichen Magiesystem und einer Prise Romantik. Ich gebe 4 von 5 Sternen, weil mich die Story größtenteils überzeugt hat, aber an ein paar Stellen noch Potenzial nach oben bleibt. Wenn du Lust auf ein Fantasy-Abenteuer hast, das etwas anders ist als das Übliche, lohnt sich dieses Buch definitiv.