Düstere Magie und märchenhafte Bedrohung

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nikko_yarop Avatar

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Die Leseprobe besticht durch eine extrem dichte, sinnliche Atmosphäre: Das geheimnisvolle Théâtre du Roi wirkt lebendig, Magie liegt spürbar in der Luft – jedoch nicht als etwas Schönes, sondern als etwas Verbotenes, Unheimliches, das nach Eisen und Salbei riecht und wie etwas Ekliges von den Fingern tropft.

Besonders faszinierend ist die Hintergrundgeschichte um ein verfluchtes Königreich und eine machtvolle Krone, die dem Land seine Schönheit nahm. Der Einstieg ist intensiv und kompromisslos: Die Szene, in der Marie eiskalt in eine Falle gelockt und in einen Schwan verwandelt wird, ist schockierend und macht sofort klar, dass es sich hier nicht um ein sanftes Märchen handelt, sondern um einen düsteren Rachefeldzug. Der poetische, bildgewaltige Schreibstil ist von unterschwelliger Bedrohung durchzogen, die Figuren wirken vielschichtig und moralisch nicht eindeutig. Die große Frage, ob zwei junge Mädchen in dieser feindseligen Welt etwas verändern und aus verbotener Magie doch noch etwas Gutes erschaffen können, macht neugierig auf mehr.