Die Schwanenprinzessin
Mich hat diese Schwanensee - Neuerzählung sehr gut unterhalten und man muss die Originalgeschichte auch nicht kennen (habe ich nicht) um sich hier gut unterhalten zu lassen. Es wirkte auf mich wie ein sehr atmosphärisches, wenn auch etwas düsteres Märchen mit traumhaften Setting und viel Gefühl. Am Anfang hatte ich leicht Startschwierigkeiten, der Schreibstil ist außergewöhnlich schön, trotzdem musste ich mich erst mal daran gewöhnen. Danach ist es geflutscht und das Buch hat auch eine durchgehende Grundspannung. Odile ist ein eher morally grey Charakter und nicht so einfach zu greifen oder ihre Handlungen vorherzusehen, ich mag das sehr. So wird die Geschichte weniger eintönig und hebt sich ab. Sie erzählt ihre Geschichte und entwickelt sich dabei weiter. Trotz allem schafft sie es, nicht nur schwarz zu sehen, sondern auch die vielen Nuancen dazwischen. Marie dagegen fand ich etwas blass, von ihr hätte ich mir mehr Einblick gewünscht, obwohl ich sie auch so mochte. Die queren Liebesszenen sind dezent und sehr passend eingesetzt und haben geprickelt (kein spice;). Irgendwie vereint das Buch auf gute Art einige Genres: Märchen, Quere Liebesgeschichte, Abenteuer, Mystery und Magie mit Gotik vibes. Einige Handlungsstränge waren vorhersehbar (Regnault zum Beispiel), einige haben mich total überrascht. Bei der Auflösung des Mordfalls konnte man gut miträtseln und eigene Überlegungen anstellen. Die Auflösung war für mich überraschend. Auch die Intrigen waren erfrischend und durchwegs nachvollziehbar, dennoch interessant. Eine klare Leseempfehlung von mir für dieses traumhafte, düstere Märchen mit Herz. Das erste Buch der Autorin werde ich mir nun auch noch zulegen und lesen.