Eine schöne Aufarbeitung des Märchen vom Schwanensee

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biscoteria Avatar

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Das Buch ist ein Retelling von Schwanensee und greift viele der bekannten Motive und Symbole auf (Eule, Schwan, See oder Krone etc.). Gleichzeitig erzählt das Buch aber seine ganz eigene Version der Geschichte und entwickelt daraus etwas Eigenständiges.

„Verrat der Schwäne“ ist ein Retelling von Schwanensee. Bekannt als das weltberühmte russische Ballett, ist die Grundlage ein Märchen bzw. alte Volkssagen, welche noch älter sind. Die Grundlegende Geschichte ist daher eine junge Liebe, Magie, Gut gegen Böse. Die Symbole des Originals in Form von Eule (Odile), Schwan (Marie) und der Krone sind gegeben.

Die Junge Odile ist als Kind von ihrem Ziehvater, dem Magier des Theaters, aufgezogen wurden. In einer Welt wo Magie verschwunden ist und Zauberer gejagt und getötet werden, darf niemand wissen, dass sie über goldenes Blut verfügt und somit eine Zauberin ist (wenn auch ohne Magie).

Bis vor 5 Jahren war sie noch mit der zukünftigen Königin Marie befreundet. Eine unschöne Geschichte in der Vergangenheit, hat die Freundschaft jedoch beendet. Ziel ist es nun für Odile an die Krone zu kommen. Denn ihr Ziehvater will die Magie wieder freisetzten und der Welt wieder Farbe und Leben schenken. Denn das ist die Welt: Kahl, keine Blumen, keine Farben, trostlos.

So wird sie in den Palast geschmuggelt. Nur kurze Zeit später wird der König ermordet und Marie und Odile geraten zwischen dir Fronten. Wie in der Originalgeschichte, wird Marie zu einem Schwan und Marie muss ihr helfen und zugleich an die Krone gelangen.

Die Grundgeschichte ist nicht neu, sondern es macht die Idee aus, was man damit macht. Ich fand die Geschichte angenehm zu lesen. Es hat in seinem Schreibstil viel von einem Märchen und weniger von einem klassischen Fantasy-Buch. Dies ist ein absoluter Pluspunkt. Genauso, wie dieses wunderschöne Cover, welches meinen Blick immer wieder auf sich zieht.

Die Charaktere spielen ihre Rollen. Wobei Odile die treudoofe Tochter immens gut rübergebracht hat. Sie glaubt ihren Ziehvater jedes Wort und das, obwohl sie immer wieder selbst sagt, dass sie keine klassische Vater-Tochter-Beziehung haben, geschweige Liebe erfahren hat. Sie sieht, wie ihr Vater sie wie ein Puppenspieler manipuliert und lässt sich dennoch immer wieder drauf ein.

Marie die schöne Adelige, die den Prinzen heiraten soll, zeigt wie sehr sie sich gefangen fühlt und als Schwan, dass erste Mal im Leben Freiheit verspürt. Ihre Beziehung zu Odile gefiel mir sehr gut. Ich mochte sie auch bei weitem mehr als Odile.

Die weiteren Figuren sind mehr Nebenfiguren als Hauptakteure und machen ihren Job.

Die Geschichte ist nicht neu, aber sie ist schön verpackt. Vom Cover wie auch in ihrer Erzählung. Es gibt keine Überlängen, keine Wiederholungen und ein sauberer roter Faden. Eine schöne märchenhafte Geschichte, die man gut lesen kann.