Mal was anderes

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patriciapp Avatar

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"Verrat der Schwäne" wird als Jugendbuch beschrieben, bei dem sich "Schwanensee" mit "Das Phantom der Oper" vermischt und diese Beschreibung passt auch wirklich sehr gut.
Es ist eine ziemlich düstere Geschichte voller brutaler Wendungen, weswegen das empfohlene Lesealter ab 14 vermutlich besser nicht unterschritten werden sollte. Aber gerade dadurch überrascht einen die Geschichte auch immer wieder - und die Vorlage "Schwanensee" ist ja auch nicht gerade für ihre Fröhlichkeit bekannt, obwohl es zwei Varianten gibt: mit und ohne Happy End. Welche hier verwendet wurde, wird aber nicht verraten ;D
Was ich sehr mochte, war das Theatersetting, was immer wieder eingebaut wurde und die angekündigten "Phantom der Oper"-Vibes rüberbrachte.
Ein kleines Manko war für mich allerdings die Protagonistin Odile, die einerseits eine sehr intelligente junge Frau ist, sich andererseits aber auch immer wieder von ihrem Ziehvater Regnault manipulieren lässt, der eigentlich ziemlich durchschaubar nicht so ist, wie er zu sein scheint. Allerdings muss man hier wohl die emotionale Verstrickung berücksichtigen, die die familiären Bande mit sich bringen. Was für uns Leser:innen durchsichtig erscheint, vermag jemand, der ihn so anders kennt, wie Odile, nicht so offensichtlich sein.
Ich würde das Buch bei 4-4,5 Sternen einordnen und für Jugendliche mit einem Faible für Kunst, Kultur und düstere Märchen/Sagen empfehlen.