Gelungener Auftakt

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jukafo Avatar

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Mir war leider nicht bewusst, dass ich hier einen Reihenauftakt lese, ich habe daher lange auf etwas mehr Handlung gewartet und vielleicht erklärt das auch, warum ich am Ende mehr Fragen als Antworten hatte.

Nichtsdestotrotz: Nizzara ist eine starke, vielschichtige Protagonistin. Ihr innerer Konflikt zwischen Liebe und Hass gegenüber ihrem Vater ist gut dargestellt, ebenso ihr Widerstand trotz drohender Konsequenzen. Gleichzeitig ist sie stellenweise fast schon frustrierend selbstaufopfernd – nach allem, was ihr angetan wird, will sie immer noch alle beschützen.

Dagen mochte ich ebenfalls, nur konnte ich ihn nie wirklich als „böse“ wahrnehmen. Dafür ist er zu reflektiert und zu bemüht, den Menschen seines Königreichs zu helfen. Das Enemies-to-Lovers-Motiv fühlte sich deshalb für mich nicht ganz stimmig an.

Das Konzept mit den Geistern in den Vessels ist spannend und atmosphärisch. Bei den Glo-Steinen und den Dimensionen blieb für mich allerdings einiges unklar. Der Perspektivwechsel zwischen Nizzara und Dagen hat den Figuren dafür spürbar mehr Tiefe gegeben.

Anfang und Ende sind packend, der Mittelteil zieht sich etwas und wiederholt sich stellenweise – ein, zwei Kämpfe weniger hätten gereicht. Zudem ist die Geschichte teils recht brutal und blutig.

Fazit:

Starke Figuren und eine spannende Grundidee, aber mit leicht holprigem Tempo und nicht ganz rundem Worldbuilding. Irgendwie gut – nur nicht komplett überzeugend