Wenn gut gemeinte Aufklärung im Lifestyle-Kitsch ertrinkt
Das Buch will ganz offensichtlich ein wichtiges Tabu brechen und Frauen auf dem zermürbenden Weg des unerfüllten Kinderwunsches abholen, verheddert sich dabei aber leider in einer derart klischeehaften Wohlstands-Kulisse, dass mir beim Lesen schlicht der Geduldsfaden gerissen ist
Da haben wir das Vorzeige-Pärchen Max und Anni: er erfolgreicher Unternehmensberater, sie Creative Director, davor Jetset-Urlaube auf Bali und Hawaii, schicke Altbauwohnung, Hund aus dem Tierheim und ein Lifestyle wie frisch aus dem Hochglanz-Magazin. Als dann nach gerade einmal sechs Monaten der Schwangerschaftstest negativ bleibt, bricht direkt die ganz große Sinnkrise aus – inklusive Smoothie-Bowl im Szene-Café und anschließendem „Taylor-Töpfern“ mit Freundinnen zu Taylor-Swift-Platten. Das wirkt streckenweise so gewollt und künstlich auf eine hippe Zielgruppe zugeschnitten, dass die eigentlich ernste Thematik fast zur Nebensache verkommt
Der Versuch, fundiertes medizinisches Wissen über natürliche Familienplanung, Temperaturkurven, Zervixschleim und Progesteronmangel in eine seichte Romanhandlung zu pressen, gerät zudem holzschnittartig:
Ganze Lehrbuchabsätze werden in holprige Dialoge und hastig eingeworfene Internet-Recherchen verpackt. Dass die Protagonistin sich ohne jede ärztliche Rücksprache völlig naiv Drogerie-Mönchspfeffer einwirft, damit ihren kompletten Zyklus zerschießt und erst hinterher von der Frauenärztin belehrt werden muss, dient zwar als warnendes Lehrstück gegen blinde Internet-Selbstmedikation, lässt die Figur aber erschreckend weltfremd dastehen. Zwar fängt der Text diesen giftigen Neid auf schwangere Freundinnen und die verletzenden Sprüche der Verwandtschaft beim Familienitaliener treffend ein, doch die permanente Instagram-Ästhetik nimmt dem Schmerz jegliche echte Wucht.
Für mich persönlich ist diese Mischung aus belehrendem Zyklus-Ratgeber und zuckrigem Selbstmitleid im Designer-Sessel schlicht zu anstrengend und unecht, weshalb ich dieses Buch nicht weiterlesen möchte.
Da haben wir das Vorzeige-Pärchen Max und Anni: er erfolgreicher Unternehmensberater, sie Creative Director, davor Jetset-Urlaube auf Bali und Hawaii, schicke Altbauwohnung, Hund aus dem Tierheim und ein Lifestyle wie frisch aus dem Hochglanz-Magazin. Als dann nach gerade einmal sechs Monaten der Schwangerschaftstest negativ bleibt, bricht direkt die ganz große Sinnkrise aus – inklusive Smoothie-Bowl im Szene-Café und anschließendem „Taylor-Töpfern“ mit Freundinnen zu Taylor-Swift-Platten. Das wirkt streckenweise so gewollt und künstlich auf eine hippe Zielgruppe zugeschnitten, dass die eigentlich ernste Thematik fast zur Nebensache verkommt
Der Versuch, fundiertes medizinisches Wissen über natürliche Familienplanung, Temperaturkurven, Zervixschleim und Progesteronmangel in eine seichte Romanhandlung zu pressen, gerät zudem holzschnittartig:
Ganze Lehrbuchabsätze werden in holprige Dialoge und hastig eingeworfene Internet-Recherchen verpackt. Dass die Protagonistin sich ohne jede ärztliche Rücksprache völlig naiv Drogerie-Mönchspfeffer einwirft, damit ihren kompletten Zyklus zerschießt und erst hinterher von der Frauenärztin belehrt werden muss, dient zwar als warnendes Lehrstück gegen blinde Internet-Selbstmedikation, lässt die Figur aber erschreckend weltfremd dastehen. Zwar fängt der Text diesen giftigen Neid auf schwangere Freundinnen und die verletzenden Sprüche der Verwandtschaft beim Familienitaliener treffend ein, doch die permanente Instagram-Ästhetik nimmt dem Schmerz jegliche echte Wucht.
Für mich persönlich ist diese Mischung aus belehrendem Zyklus-Ratgeber und zuckrigem Selbstmitleid im Designer-Sessel schlicht zu anstrengend und unecht, weshalb ich dieses Buch nicht weiterlesen möchte.