Hexenmagie und echte Gänsehaut-Momente

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An einem Freitag, dem Dreizehnten, feiern Tessa, Devi und Cleo zusammen ihren dreizehnten Geburtstag. Die drei sind unzertrennlich, seit sich ihre Mütter in der Geburtsnacht im Krankenhaus kennengelernt haben. Doch diesmal ist etwas anders. Mit Liz zieht ein neues Mädchen in die Stadt, das exakt in derselben Nacht geboren wurde. Bei einer nächtlichen Schnitzeljagd zu einer alten Spukvilla geraten die vier auf eine verlassene Lichtung und lösen durch eine Verkettung seltsamer Zufälle einen jahrhundertealten Bann. Plötzlich besitzen alle vier magische Fähigkeiten. Blöd nur, dass Zauberkräfte ohne Anleitung geliefert werden und in ihrer Heimatstadt Fuchsstein prompt ein bedrohlicher, dunkler Nebel aufzieht.

Die Geschichte verbindet den normalen Schul- und Familienalltag der Mädchen mit teils wirklich unheimlichen Mystery-Elementen. Schattenwesen, unheimliche Nebelschwaden und die bedrohliche Stimmung rund um die alte Villa sorgen für ordentlich Nervenkitzel. Dadurch bekommt die Handlung eine tolle Dynamik.

In der Vierer-Gruppe fliegen auch mal gehörig die Fetzen. Dass Neuzugang Liz von Tessa erst einmal als lästiger Eindringling empfunden wird und Neid das Gefüge unter den Freundinnen belastet, wirkt absolut lebensnah. Jedes der Mädchen bringt eigene Ecken, Kanten und familiäre Päckchen mit. Ganz besonders spannend sind die diversen magischen Fähigkeiten. Sie sind ungewöhnlich und unterschiedlich und bieten so viele Facetten, dass in dem Buch gar nicht genug Platz ist, um sie genau kennenzulernen.

Inhaltlich schwächelt die erste Hälfte des Buches für meinen Geschmack allerdings etwas. Obwohl das Ereignis auf der Lichtung recht früh passiert, stockt die Handlung danach spürbar. Statt den Schulalltag der Mädchen weiter zu begleiten, verliert sich die Geschichte etwas im zähen Hadern mit den neuen Kräften. Erst im letzten Drittel entschädigt das Buch vollkommen. Das Tempo zieht drastisch an, die Rätsel spitzen sich zu und das Ganze gipfelt in einem fiesen Cliffhanger.

Die grafische Gestaltung fügt sich hervorragend ein. Marie Braner hat als Autorin und Zeichnerin ihre eigene Geschichte mit stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Illustrationen versehen, die den Charakteren viel Leben einhauchen. Die etwas verschachtelte Satzstruktur fordert beim Selbstlesen durchaus heraus. Für Vielleser:innen ab 9 Jahren ist es aber ein wunderbares Leseabenteuer mit Gänsehautgarantie und einer zauberhaften Mädchenfreundschaft.