Zauberhafte Hexengeschichte mit leichtem Gruselfaktor

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„Vier Hexen und ein Zufallszauber“ ist der gelungene Auftakt einer magischen Mädchenreihe ab 9 Jahren von Marie Braner.

Handlung:
Tessa, Devi und Cleo kennen sich schon ihr Leben lang. So haben sich ihre Mütter bereits in der Nacht ihrer Geburt im Krankenhaus kennen gelernt. Seitdem sind sie unzertrennliche „Kinder einer Sternennacht“. Als Liz, die zufälligerweise ebenfalls in derselben Nacht geboren wurde, in ihre Stadt zieht, nehmen Devi und Cleo sie sofort in ihre Mitte auf. Tessa ist erst einmal gar nicht begeistert über den „Eindringling“. Und so ist sie auch stinksauer, als ihre Freundinnen auch noch vorschlagen, Liz zur Übernachtungsparty einzuladen.
In dieser Nacht unternehmen die vier Mädchen eine Schnitzeljagd zur alten Spukvilla. Am Ende landen sie auf einer großen Lichtung. Hier werden sie in einen Strudel aus Licht und Dunkelheit gezogen, wobei ein alter Bannzauber gebrochen wird.
Danach ist nichts mehr wie vorher. Plötzlich verfügen die Freundinnen über magische Kräfte, welche sie nicht kontrollieren können. Sie lernen eine kleine, zierliche Frau kennen, welche sich ihnen als „Bewahrerin“ vorstellt und staunen, wie viel Magie sie nun plötzlich umgibt.
Langsam lernen sie ihre Kräfte zu kontrollieren und für sich zu nutzen. Denn der Bannzauber hat nicht nur positive Magie zum Vorschein gebracht. Ein dunkler Nebel bedroht die Stadt und seine Bewohner. Ob die Mädchen es gemeinsam schaffen, das Gute siegen zu lassen?

Meine Meinung:
Das Buch kommt in einem wunderschönen Einband daher. Verschiedene Oberflächen machen es haptisch und glitzernde Ranken am Rand bieten auch etwas für das Auge. Marie Braner ist Kinderbuch-Illustratorin und hat wirklich sehr viel Herzblut in die Illustration ihrer eigenen Geschichte gelegt. Die Darstellungen der Mädchen finde ich wirklich gelungen. Aus meiner Sicht runden sie den im Buch beschriebenen Charakter der Hauptpersonen noch einmal ab und machen die Mädchen für die jungen Leser greifbarer. Auch die Bilder im Buch sind einfach nur schön gezeichnet. Meine Kinder und ich haben sie uns gerne angesehen.
Man startet eigentlich sofort in die Geschichte. Schön fand ich, dass die Mädchen erst einmal wie ganz normale Kinder wirken. Meine Tochter konnte sich so sofort mit ihnen identifizieren. Wir haben über die Eigenheiten der Familien sehr geschmunzelt und deren Unbeschwertheit gefühlt. Die Charaktere der Mädchen werden zu Beginn schon recht deutlich und man hat eigentlich gleich selbst vier Freundinnen gefunden, mit welchen man mitfiebert.
Schnell wird es jedoch auch etwas düster. Im Grunde nicht übermäßig, aber wenn man sensible Kinder hat, wie ich, muss man sich hin und wieder ein aufgeregtes Quieken anhören. Diese sehr spannenden und teils düsteren Passagen wurde jedoch insgesamt nicht über Gebühr strapaziert. Schnell wechseln sie wieder mit ruhigeren Teilen ab, bei denen man sich von der Spannung und dem Grusel erholen konnte.
Insgesamt fand ich die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und auch Nebenpersonen überzeugten mit ihrem Charme. Wir schmunzelten über sprechende, vorlaute Katzen, schrullige Nachbarn, eine liebenswerte Begleiterin und auch über eine, doch noch nicht ganz demente, Nonna Lucia.
Das Buch liest sich insgesamt sehr flüssig. Das Lesealter von 9 Jahren finde ich jedoch gut gewählt. Mein 6-jähriger Sohn ist an manchen Stellen dann doch noch etwas unaufmerksam geworden. Meine 9-jährige Tochter fand das Buch toll.
Auch bemerkenswert finde ich, dass in der Geschichte am Rande einige Themen aufgegriffen wurden, welche im Leben von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen - Ängste, Selbstzweifel, Eifersucht, Verluste, aber auch Zusammenhalt und Freundschaft machten insgesamt eine runde Geschichte.

Fazit:
„Vier Hexen und ein Zufallszauber“ ist der gelungene Auftakt der Vier-Hexen-Reihe von Marie Braner.
Die Autorin erzählt hier eine zauberhafte Geschichte von vier Freundinnen, welche durch einen Zufallszauber zu magischen Kräften kommen.
Meinen Kindern (6 und 9 Jahre) und mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Wir haben mitgefiebert, oft geschmunzelt und uns an der ein oder anderen Stelle ein bisschen gegruselt.
Wichtige Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Selbstzweifel oder Eifersucht runden die Geschichte ab und setzen am Ende so etwas wie eine Pointe.