...in stillem Zuhören, Nachspüren, stranden.

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
aerdna Avatar

Von

„Sie schrieb nicht, um die Welt zu verändern, sondern um sie zu verstehen.“ In Toninos Beschreibung seiner Mutter fühle ich mich Zuhause.
Es ist ein Buch, das mich sprachlos macht, wo ich sonst schreiben kann, wie ein Wasserfall; mir die Worte ausgehen und in stillem Zuhören, Nachspüren, stranden.
Sanfte Wehmut, warmes Umhülltsein, tiefe Verbundenheit, Fremdheit, Ungewisses, kindliche Abhängigkeit und Loslösung - ich glaube, es liegt etwas darin, in dem ich mich selbst noch nicht kenne, das ich neugierig beäugen, vorsichtig betasten, zaghaft erforschend kennenlernen muss.
Tonino, der seiner Mutter so tief verbunden ist, der überall zwischen den Welten steht, plötzlich auch in der Zweisamkeit mit seiner Mutter. Ich habe das Gefühl, zwischen Fragmenten umhergeschleudert zu werden, Aufblitzern von Erkenntnis; Selbstfindung. Villa Rivolta ist ein außergewöhnliches Buch. Zart, kraftvoll, bewegend, berührend, stark. Aus dem Leben gegriffen und mit so viel literarischem Feingefühl bis zum Rand überlaufend befüllt mit Liebe.
Daniel Speck ist einer dieser Ausnahme-Autoren, die man in sein mentales Schatzkästchen stecken und nicht mehr vergessen möchte.
Der einem eine Lesereise an die Hand gibt, nach der man sein Zuhause mit wunderschönen, aufrüttelnd-herzerschütternden Zitaten neu tapeziert wieder findet und sich wie Alice hinter den Spiegeln fühlt.
Das Cover gefällt mir auf den zweiten Blick, nach dem Lesen der Leseprobe, sehr. Motivisch unbeschwert spielende Kinder, farblich fröhliche Sommersonnen-Leichtigkeit; die Leichtigkeit die entsteht, wenn man tut, was man liebt, ganz in der Liebe ist. Ein sehr gelungener inhaltlicher Bezug.

Bitte, bitte, bitte gebt mir dieses Buch <3