Eine besondere Freundschaft

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Der Roman Villa Rivolta, in dem Tatsachen und Fiktion geschickt verwoben werden, spielt in Norditalien zu Ende der 1970er Jahre. Hier gerät der junge Tonino nach dem Fund einer alten Pistole in Schwierigkeiten. Das ist der Anlass für seine Mutter Valeria mit ihm zu Piero, ihrem Freund seit Kindheitstagen, zu reisen.

Im weiteren Verlauf erzählt Daniel Speck die durch die historische und gesellschaftliche Entwicklung Italiens geprägte Geschichte ihrer besonderen Freundschaft in Rückblendungen und wechselt dabei zwischen der Gegenwart von 1979, der Zeit nach dem 2. Weltkrieg und den turbulenten und schwierigen Jahren 1968/69.

Piero und Valeria stammen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, wodurch der Leser die italienische Geschichte dieser Zeit aus zwei sehr verschiedenen Blickwinkeln erlebt.

Von der unbeschwerten Kindheit in der Villa Rivolta – die das Buchcover treffend einfängt – entwickeln sich Valerias und Pieros Lebenswege in verschiedene Richtungen, was ihre Freundschaft immer wieder auf die Probe stellt. Daniel Speck gelingt es, durch geschickten Perspektiv- und Zeitenwechsel Spannung aufzubauen und gleichzeitig historisches Wissen zu vermitteln – ganz ohne moralische Wertung. Speck schreibt angenehm flüssig und stellt die Figuren mit ihren Emotionen bildhaft dar, so dass man sich schnell mit ihnen verbunden fühlt.

Für mich ist das Buch eine Empfehlung für alle, die Spaß an Geschichten über Familien und Beziehungen mit einem gewissen Anspruch haben.