fortunato o sfortunato

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girasole Avatar

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Aufgrund verschiedener Treffen und Gespräche mit Piero und Lele Rivolta wurde der Autor inspiriert, diese Familiengeschichte in einen Roman zu verpacken. Er erzählt sie beginnend 1945 in Valperga und Bresso/Milano über Santa Margherita und endet 1979 in Milano/Maremma.

Es beginnt 1945 - Die Familie Rivalto lebt in einer wunderschönen Villa mit einem großen Garten und den Kindern Piero und Attilia. Caterina muß mit ihrer 4jährigen Tochter Valeria nach dem tragischen Tod des Vaters Valperga verlassen und sie kommt aufgrund früherer Freundschaften als Hausangestellte im Hause Rivolta unter. Piero, der Unternehmersohn und Valeria, die Angestelltentochter treffen sich immer wieder heimlich im Garten und es entwickelt sich im Laufe der Jahre eine Seelenverwandtschaft, die über eine normale Freundschaft hinausgeht. Beide finden Partner – Piero heiratet die schillernde Lele Zerboni aus sehr gutem Haus und Valeria lernt Flavio, den Arbeitersohn und Rebellen kennen. So unterschiedlich ihre jeweiligen Lebenssituationen sind, die Verbindung zwischen Piero und Valeria bleibt immer bestehen und bedeutet auch beiden sehr viel. Sie haben außerdem etwas gemeinsam, die Trauer um den geliebten Vater. Piero muß nach dem Tod von Renzo in jungen Jahren die Verantwortung für die Firma und die Angestellten mit ihren Familien übernehmen. Valeria war ihr ganzes Leben schon wissensdurstig, bildet sich fort, beginnt zu schreiben und arbeitet an der Seite von Piero in der Firma. Aber zwischen Mutter und Tochter ist das Verhältnis gestört. Vor allem es bleiben Fragen offen zur Vergangenheit in Valperga, die Valeria nicht loslassen - zum Heldentod des Vaters und den damaligen Freunden. Und dann am Ende 1979 bereitet Valerias und Flavios Sohn Tonino große Sorgen.

Die ganze Geschichte ist eingebettet in den wirtschaftlichen Aufschwung der Firma Rivolta beginnend mit dem Kühlschrank Iso, dann dem Motorino, der Isetta und der Sportwagen. Aber auch die beginnenden Streiks, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme werden dargestellt.


Ich habe von Daniel Speck schon einige Bücher gelesen. Der vorliegende Roman ist von nun an mein Lieblingsbuch und ein Highlight. Er hat die Geschichte sehr menschlich, authentisch, realistisch und ohne jegliche Längen erzählt. Er streut bewundernswert passende italienische Phrasen, Zitate und Liedertexte ein, ebenso Details der Automobilbranche. Nichts wirkt aufgesetzt, sondern wohl dosiert. Die Figuren zeichnet er detailliert und größtenteils sympathisch, egal ob fortunato oder sfortunato - reich oder arm - Süditaliener oder Norditaliener. Und die Atmosphäre ist italienisch temperamentvoll und lebendig, der jeweiligen Situation angepaßt. Das Cover ist ausgesprochen passend gewählt. Sehr gut gefällt mir natürlich, daß es eine Fortsetzung geben wird.

Diesen Roman empfehle ich sehr gerne weiter!