Italien, Familie und Unternehmenskultur

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eliza2010 Avatar

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Daniel Speck hat einen Roman geschrieben, der vor uns das Panorama Italiens in den 40er- bis 60er-Jahren ausbreitet. Wir tauchen ein in eine italienische Industriellenfamilie und lernen die Unternehmenskultur Italiens kennen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Valeria und Piero; sie sind seit Kindertagen befreundet. Rückblickend erzählt Valeria ihrem Sohn Tonino eine Geschichte zwischen Freundschaft und Liebe, zwischen Familie und Loyalität.

In zwei Erzählsträngen verwebt der Autor eine intensive Geschichte, die immer mehr offenbart und berührt. Tonino (Ich-Erzähler) ist vierzehn Jahre alt und gerät in den späten 70er-Jahren in Schwierigkeiten. Um ihn aus der Schusslinie zu nehmen, fährt Valeria mit ihm zu ihrem alten Kindheitsfreund Piero.

Auf der Vergangenheitsebene wird die Geschichte von Piero Rivolta, dem Sohn eines Industriellen, und Valeria, der Tochter der Hausangestellten der Rivoltas, geschildert. Es ist eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, über Loyalität und Familie, über Zusammenhalt und Abhängigkeiten, über Ingenieurskunst und Unternehmertum in Italien, aber auch über das Erwachsenwerden.

Ein gelungener Roman, der wunderbar die Stimmung einfängt und einem einen kleinen Italienurlaub im Kopf beschert. Man lernt beim Lesen viel über die Automobilindustrie in Italien, aber auch über die italienische Gesellschaft.

Insgesamt gliedert sich der Roman in drei große Teile. Jeder Wechsel wird durch eine Orts- und Zeitangabe angekündigt, sodass man dem Autor mühelos folgen kann. Die Spannungsbögen sind gut gesetzt; selbst wenn man sich – wie ich – nicht so sehr für die technischen Aspekte von Autos interessiert, wird es nicht langweilig.

Die Sprache ist wunderschön und großartig zu lesen. Teilweise spürt man die Sonne auf der Haut im Garten der Rivoltas oder den Rausch der Geschwindigkeit – so sehr spielt Daniel Speck mit der Sprache und hat mich damit vollends gefesselt, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch: die Beziehung zwischen Piero und Valeria. Dieses Hin und Her zwischen Freundschaft und Liebe konnte ich am Ende nicht mehr so gut nachvollziehen. Am liebsten hätte ich sie beide einmal kräftig durchgeschüttelt und ihnen die Leviten gelesen, damit sie zumindest ehrlich zu sich selbst sind.

Ein Roman, der mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Wer gerne Familiengeschichten und/oder Romane über Italien liest, wird hier mit Sicherheit gut unterhalten werden.