Italienische Geschichte zwischen Aufstand und Aufschwung

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illa Rivolta klingt zunächst nach einer Liebesgeschichte, doch es ist so viel mehr. Valeria ist die Tochter einer Hausangestellten, die im Hause Rivolta Arbeit gefunden hat. Schnell freundet sich das kleine Mädchen mit Piero an, dem Sohn der Herrschaften. Während Familie Rivolta den Aufstieg zu erfolgreichen Autobauern wagt, bewegt sich Valeria zwischen ihrem Mut und ihrer Freundschaft zu Piero sowie den wiederkehrenden Ermahnungen ihrer Mutter. Ihre Unangepasstheit und ihre Kraft erlauben ihr, ihren Weg zu gehen, während ein Teil ihres Herzens immer Piero gehören scheint. Piero muss alsbald sein Erbe antreten, gefangen in seinen eigenen Erwartungen, der Verantwortung und der Last des Familienerbes. Valeria wiederum lernt Flávio kennen, einen Aufständler, der ihr Herz berührt. Soweit das romantische Material, aber damit belässt der Autor es nicht. Die Handlung ist platziert in einer turbulenten Zeit der Geschichte Italiens, in den Sechziger und Siebzigerjahren, in denen der wirtschaftliche Aufschwung und die Klassenkämpfe Hand in Hand gehen. Eine Zeit, in der die Wunden des Zweiten Weltkrieges noch nicht geheilt sind und auch die weibliche Selbstbestimmung zu Wort kommt. Speck schafft es auch diesmal, nicht nur zu unterhalten, sondern auch viel Hintergrundinformationen mitzugeben. Gleichzeitig gelingt ihm die Vielschichtigkeit der Perspektiven, die Verständnis für die unterschiedlichen Ansichten erreicht. Wertfrei und doch menschlich erzählt.