Toller Plot

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Der etwas nerdige Franz Escher sitzt in seiner Wohnung und wartet auf den Elektriker; eine Steckdose in seiner Küche hat einen Wackelkontakt. Die Zeit vertreibt er sich mit einem Roman aus dem Mafiaumfeld – solche liest er am liebsten. Darin geht es um Elio, der in ein Zeugenschutzprogramm kommt und fortan Marko Steiner heißt. Dieser hat einen Großteil seiner Familie der Justiz ausgeliefert und bangt zu Recht um sein Leben. Nachts, wenn Elio vor Angst nicht schlafen kann, liest er eine Geschichte über einen Escher, der auf den Elektriker wartet …
Diese beiden Geschichten greifen ständig ineinander, sodass man irgendwann nicht mehr sicher weiß, auf welcher Erzählebene man sich gerade befindet. Das ist richtig gut gemacht.
Auch wohin das Ganze führen wird, bleibt lange völlig offen und sorgt für Spannung. Die Dialoge sind kurzweilig und witzig; mit Sprache, Handlung und den Erwartungen des Lesers wird immer wieder gespielt.
Das ist ein ungewöhnlicher Roman, und ich kann verstehen, dass die Feuilletons sich darüber gefreut haben: Ein Standardplot ist das ganz sicher nicht.
Ein paar Details rund um Eschers Depot sind allerdings nicht schlüssig. Dass er von dessen Wert völlig überrascht wird, ist angesichts der regelmäßigen Depotinformationen wenig plausibel. Mit einem Depot bei einer anderen Bank und einer nach dem Umzug nicht aktualisierten Adresse hätte sich das problemlos erklären lassen. Gerade weil der Autor das mit etwas Recherche leicht hätte vermeiden können, finde ich es unnötig.
So sind es am Ende knappe fünf Sterne