Wackelkontakt - einfach umwerfend

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Ich liebe einfach alles an diesem Buch - okay, abgesehen vom Cover, das macht mich schwindelig, was wahrscheinlich so intendiert ist. Die Tatasache allerdings, dass das Cover vom Fotografen aus lauter Einzelbildern zusammengesetzt worden ist und nicht durch KI oÄ entstanden ist, versöhnt mich ein bisschen. Genauso verschroben-besessen wirkt die Hauptfigur: Der Trauerredner Franz Escher redet nicht viel und befasst sich in siner Freizait leidenschaftlich mit dem Thema Mafia. Er liest alles, was ihm unter die Finger kommt, egal ob zu Camorra oder Cosa Nostra. Escher ist ein Einzelgänger, hat Probleme, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten und verbringt seine Zeit gerne mit Puzzles. Während er wegen eines Wackelkontakts auf einen Elektriker wartet, liest er ein Buch über einen ehemaligen Mafioso: Elio Russo, der nach seinem Exit unter falscher Identität in Deutschland lebt und ein Buch liest über... den Trauerredner Franz Escher. Spätestens hier wird das Prinzip von "Wackelkontakt" deutlich: Es gibt zwei Ebenen, die von Escher in Wien, und die von Elio Russo. Diese beiden Ebenen nähern sich zeitlich und räumlich immer mehr an. Das Buch ist extrem spannend und sehr unterhaltsam - ich dachte beim Lesen ständig: Das kann doch nicht aufgehen, irgendwas stimmt hier nicht, und dann geht es am Ende doch auf, so wie das nur Haas kann.
Für mich ein absolutes Highlight und der beste Haas-Roman seit "Das Wetter vor fünfzehn Jahren" (auch dort so ein spielerisches Sprechen übers Sprechen: Die "Literaturbeilage" unterhält sich mit dem fiktiven Autor Wolf Haas über dessen fiktiven Roman und beide kommen sich auf supersweete Art und Weise ein bisschen näher); ich könnte nicht sagen, welcher Roman mir besser gefällt. Für: Freund*innen literarischer Möbiusbänder.