Himmelblau, griesgrau und dazwischen Herzklopfen
Schon nach wenigen Seiten dieser Leseprobe war ich ganz versunken in Laura Maaß’ *Was du siehst*. Der Einstieg ist atmosphärisch dicht, warmherzig und so liebevoll geschrieben, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, Teil dieser kleinen, ostdeutschen Dorfgemeinschaft zu sein. Ein Satz wie *„Mit dem blinden Fleck hatte alles angefangen.“* (S. 7) zieht sofort eine poetisch-gedankliche Linie zwischen Optik und Emotion – und genau so geht es weiter.
Besonders gefallen hat mir der ständige Perspektivwechsel – von der jungen, schwangeren Ruth über die ruppig-liebevolle Frieda bis zum ordentlich-verkanteten Heinrich, der mit einer kaputten Uhr in der Tasche auf sein geregeltes Sonntagsfrühstück besteht. Die Figuren wirken vom ersten Moment an lebendig, individuell und glaubhaft. Moralisch komplex? Noch nicht, aber in den Feinheiten spürt man, dass hier jede Figur ihre eigene Geschichte, ihre inneren Konflikte und ganz viel unausgesprochenes Mitgefühl mitbringt. Ruth etwa sagt leise: *„Ich bin Ruth Winkler. Und ich brauche Hilfe.“* – und ich will sofort wissen: Wovor flieht sie? Warum gerade zu Arthur? Wer war ihr Vater?
Die dörfliche Gemeinschaft, das Setzen auf gegenseitige Hilfe, das Wissen um Wetter und Ernte – all das ist eindrucksvoll inszeniert, ohne zu idyllisch zu sein. Besonders der Kontrast zwischen „Himmelblau“ (Ruths Flucht) und „Griesgrau“ (die Perspektive des Dorfes) ist gelungen und wird visuell wie emotional tragfähig gemacht. Ich mochte auch, wie die Geschichte große Themen (Flucht, Zusammenhalt, Schuld, Vergangenheit) andeutet, ohne belehrend zu sein.
Die Sprache? Klar, aber feinfühlig. Nicht zu blumig – eher warm und fließend. Ich bin absolut neugierig, wie sich Ruths Ankommen entwickelt, was in Arthur steckt und ob aus dem leisen, schüchternen Beginn noch etwas Lautes, Großes wird. Das Buch steht ganz oben auf meiner Wunschliste.
Besonders gefallen hat mir der ständige Perspektivwechsel – von der jungen, schwangeren Ruth über die ruppig-liebevolle Frieda bis zum ordentlich-verkanteten Heinrich, der mit einer kaputten Uhr in der Tasche auf sein geregeltes Sonntagsfrühstück besteht. Die Figuren wirken vom ersten Moment an lebendig, individuell und glaubhaft. Moralisch komplex? Noch nicht, aber in den Feinheiten spürt man, dass hier jede Figur ihre eigene Geschichte, ihre inneren Konflikte und ganz viel unausgesprochenes Mitgefühl mitbringt. Ruth etwa sagt leise: *„Ich bin Ruth Winkler. Und ich brauche Hilfe.“* – und ich will sofort wissen: Wovor flieht sie? Warum gerade zu Arthur? Wer war ihr Vater?
Die dörfliche Gemeinschaft, das Setzen auf gegenseitige Hilfe, das Wissen um Wetter und Ernte – all das ist eindrucksvoll inszeniert, ohne zu idyllisch zu sein. Besonders der Kontrast zwischen „Himmelblau“ (Ruths Flucht) und „Griesgrau“ (die Perspektive des Dorfes) ist gelungen und wird visuell wie emotional tragfähig gemacht. Ich mochte auch, wie die Geschichte große Themen (Flucht, Zusammenhalt, Schuld, Vergangenheit) andeutet, ohne belehrend zu sein.
Die Sprache? Klar, aber feinfühlig. Nicht zu blumig – eher warm und fließend. Ich bin absolut neugierig, wie sich Ruths Ankommen entwickelt, was in Arthur steckt und ob aus dem leisen, schüchternen Beginn noch etwas Lautes, Großes wird. Das Buch steht ganz oben auf meiner Wunschliste.