Der geteilte Fluss

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Das Buch erzählt uns die Geschichte einer großen Liebe, die schon in Kindertagen beginnt. Andi und Jule wachsen im Grenzgebiet in der griesen Gegend auf, zwischen Sand, Kiefern und dem Grenzfluss, der Elbe. Sie werden Ende der sechziger Jahre geboren, Jule und Andi gehören von Anfang an zusammen. Ihr Leben in der Provinz ist auch vom Zusammenhalt der Dorfbewohner geprägt - doch als die Grenze sich öffnet, verändert sich ihrer beider Leben vollkommen. Das ist flüssig geschrieben und lässt sich leicht lesen. Was mich gestört hat, war, dass die Schilderungen des dörflichen Lebens völlig unrealistisch waren. Die DDR Grenze war eine der gefährlichsten in Europa, schwer bewacht von NVA und russischen Soldaten. Tausende von Menschen wurden aus den Dörfern an der Grenze zwangsweise vertrieben (Aktion Ungeziefer), diejenigen, die blieben, waren ständig unter Aufsicht. Das Leben an der Grenze war ein Härtetest: die Bewohner lebten unter ständigen Repressionen. Im Buch davon keine Spur, die Geschichte könnte irgendwo spielen, aber ganz sicher nicht in der Ex-DDR. Die SED, die NVA und Stasi sind der Autorin anscheinend keine Erwähnung wert. Dadurch wirkt das Ganze realitätsfern. Ich kann verstehen, dass man diese Komponenten vielleicht nicht zu stark herausarbeiten will. Sie nahezu vollständig zu unterschlagen, macht die Geschichte aber unglaubwürdig.